Ingelheimer Aue

CDU plädiert für Gas- statt Kohlekraftwerk in Mainz

Im Streit um das geplante Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue zwischen Mainz und Wiesbaden schlägt sich nun auch die CDU komplett auf die Seite der Kraftwerksgegner. Gegen ein Kohlekraftwerk in Mainz sprächen "ökologische, gesundheitliche und wirtschaftliche Bedenken".

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - "Die klare Positionierung für die Errichtung eines Gas- und Turbinenkraftwerks anstelle eines Kohlekraftwerks sei der richtige Weg, um den "berechtigten Sorgen und Bedenken der Menschen in der Region" Rechnung zu tragen, sagte der rheinland-pfälzische CDU-Landeschef Christian Baldauf.

Baldauf stellte sich damit hinter die Entscheidung des Kreisvorstands der Mainzer CDU, der sich am Montagabend klar gegen ein neues Kohlekraftwerk positioniert hatte. Diesen plötzlichen Umschwung zugunsten eines Gaskraftwerks erklärte der Vorstand um die Kreisvorsitzende Andrea Litzenburger damit, dass es mittlerweile die Chance gebe, einen strategischen Partner zum Bau eines umweltfreundlicheren Gas- und Dampfturbinenkraftwerks zu gewinnen. Es gebe einen westeuropäischen Stromerzeuger mit Zugang zu westeuropäischem Gas, der sich auf die Erzeugung von sauberem Strom spezialisiert und "großes Interesse" an einem solchen Projekt in Mainz habe.

Der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) warf der CDU-Kreisvorstand vor, dass das Unternehmen sich nie ernsthaft um die Gewinnung eines solchen strategischen Partners bemüht habe. Dies sei jedoch eine Alternative zum geplanten Kohlekraftwerk, die unbedingt verfolgt werden müsse.

KMW wies den Vorwurf zurück. Dies sei "nicht der erste Hinweis" auf einen Gaslieferanten oder Investor, der angeblich bereit sei, Gas in ein Joint-Venture einzubringen, teilte das Unternehmen mit. KMW werde den Vorschlag der CDU sorgfältig prüfen, wie man zuvor auch andere Vorschläge sorgfältig geprüft habe.

Über die neue Position des CDU-Kreisvorstands sollten die Delegierten des Kreisverbands noch am Dienstagabend auf einem Sonderparteitag in Mainz-Finthen abstimmen. Dabei wurde nach Angaben eines Parteisprechers eine hohe Zustimmung erwartet.