Versorgungssicherheit

CDU/CSU fordert längere Laufzeiten für Atomkraftwerke

Nach der Entscheidung des Bundesumweltministeriums zur Abschaltung des Atomkraftwerks Neckarwestheim I haben Unions-Politiker ihre Forderung nach Laufzeitverlängerungen bekräftigt. Gleichzeitig plädierten die Politiker für einen Ausbau Erneuerbarer Energien.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart/Berlin (ddp/sm) - Die Energieexperten der Landtagsfraktionen von CDU und CSU verabschiedeten bei einem Treffen in Berlin eine Erklärung, in der sie längere Laufzeiten "für bestehende, sichere Kernkraftwerke" verlangen, wie der baden-württembergische CDU-Abgeordnete Paul Nemeth mitteilte.

Die AKW-Laufzeitverlängerungen werden Nemeth zufolge als unumgänglich erachtet, um mehr Zeit für den weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien zu gewinnen und eine Versorgungssicherheit zu garantieren. Grundsätzlich fordern die Unions-Politiker in dem Papier einen "intelligenten und zukunftsweisenden Energiemix", bei dem wirtschafts-, umwelt- und sozialpolitische Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Zugleich wollen sie die Energieeffizienz verbessern und Einsparpotenziale erschließen.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte am Donnerstag einen Antrag des Energiekonzerns EnBW abgelehnt, die Laufzeit für Block I im Kernkraftwerk Neckarwestheim zu verlängern. Er will die Anlage wie im Atomausstieg vorgesehen aus "Sicherheitsgründen" Ende 2009 endgültig abschalten. Die Betreiber wollten Strommengen vom jüngeren Reaktor Neckarwestheim II auf den älteren Block übertragen und so die Laufzeit bis 2017 verlängern. Der Konzern prüft, ob er gegen die Entscheidung Gabriels klagt.