Schleppend

CDU/CSU fordert fairen Wettbewerb auf den Energiemärkten

In einem Antrag im Bundestag hat die CDU/CSU-Fraktion die Regierung aufgefordert, einen fairen Wettbewerb auf den Energiemärkten zu sichern. Dazu müssten u.a. behördliche Verfügungen sofort vollziehbar sein und die Beweislast umgekehrt werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Die CDU/CSU-Fraktion hat die Bundesregierung aufgefordert, einen fairen Wettbewerb im Strom- und Gasmarkt zu sichern (Bundestagsdrucksache 14/7614). Als Eckpunkt für eine Umsetzung der EU-Gasrichtlinie in deutsches Recht nennt sie unter anderem die sofortige Vollziehbarkeit von Entscheidungen des Kartellamtes bei missbräuchlichen Verweigerungen des Netzzugangs.

Da die Kartellbehörden die Hauptlast bei der Durchsetzung des Anspruchs auf den diskriminierungsfreien Netzzugang trügen, müssten behördliche Verfügungen sofort vollziehbar sein, damit Netzbetreiber, die sich missbräuchlich verhalten, Wettbewerber nicht durch langjährige Rechtsstreitigkeiten vom Marktzutritt abhalten können. Eingeführt werden sollte ferner eine zeitlich befristete sofortige Vollziehbarkeit von Kartellamtsentscheidungen, die sich auf missbräuchliche Netznutzungsentgelte beziehen. In der Phase der Marktöffnung, in der Durchleitungswettbewerb und damit Preiswettbewerb noch nicht ausreichend herrscht, sei es erforderlich, dass auch hier behördliche Verfügungen gegenüber missbräuchlichen Entgelten sofort vollziehbar sind.

Ferner tritt die Fraktion dafür ein, eine zeitlich befristete Beweislastumkehr zu Gunsten derjenigen Unternehmen einzuführen, die den Netzzugang anstreben, wenn es wegen missbräuchlicher Netznutzungsentgelte zu einem Kartellamtsverfahren kommt. In dieser Phase müsse der Netzbetreiber darlegen, so die Abgeordneten, dass seine Entgelte angemessen sind. Die Union will diese Phase auf drei Jahre begrenzen. Ferner plädieren die Abgeordneten dafür, alle wettbewerbsrelevanten behördlichen Aktivitäten bei den Kartellbehörden zu bündeln. Die Wettbewerbsbehörde müsse für die Klärung von Streitigkeiten im Zusammenhang mit Netzzugangsverhandlungen, Zugangsverweigerungen sowie Entgelten und Bedingungen für den Netzzugang zuständig sein. Zudem sollten "protektionistische Züge" der planten Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts zurückgenommen werden. Die Betreiber von Gas- und Stromversorgungsnetzen sollten auch verpflichtet werden, ihre Geschäftsbedingungen für den Netzzugang innerhalb von sechs Monaten zu veröffentlichen.