Lubmin

CDU-Bürgermeisterin legt Merkel die Aufgabe der Kraftwerkspläne nahe

Göhrens Bürgermeisterin Carola Koos hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) nahegelegt, ihre bisherige Unterstützung der Pläne zum Bau eines Steinkohlekraftwerks in Lubmin zu überdenken. Durch das Kraftwerk würden viele Arbeitsplätze im Tourismusgewerbe gefährdet.

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Göhren/Lubmin (ddp-nrd/sm) - In einem am Mittwoch veröffentlichten Brief forderte Koos die Regierungschefin auf, sich für die Sicherung des vom Kraftwerksbau gefährdeten Tourismus in ihrem Wahlkreis einzusetzen. Merkel hatte sich im November vergangenen Jahres auf einem Landesparteitag ausdrücklich für die Errichtung des 1600-Megatwatt-Kraftwerks am Greifswalder Bodden ausgesprochen.

Koos widerspricht in dem Schreiben vor allem dem von Tourismusverbänden in Auftrag gegebenem Gutachten, wonach lediglich kleine touristische Gebiete wie Lubmin und Süd-Rügen einen Imageschaden erleiden würden. Allein auf den Bereich Mönchgut-Granitz entfielen etwa 43 Prozent der vorhandenen rund 42.400 Gästebetten der Insel Rügen. Angesichts dessen von einem sehr geringen Anteil an der Gesamtübernachtungszahl zu sprechen, sei makaber, schrieb Koos.

Zudem seien in der Region etwa 90 Prozent der Berufstätigen im Tourismusgewerbe tätig. Um auf der einen Seite des Boddens 140 Arbeitsplätze zu schaffen, sollten am anderen Ufer Tausende Jobs gefährdet werden, kritisierte die Bürgermeisterin. Zudem würden Umweltaspekte und die Gefährdung der Fischereistandorte gegen das Kraftwerksprojekt des dänischen Konzerns Dong Energy sprechen.

Für Freitag haben Bürgerinitiativen zu einer Informationsveranstaltung nach Middelhagen eingeladen, an der auch ein Vertreter von Dong Energy teilnehmen will.