Ende der Odyssee

Castoren sind eingetroffen und bereits eingelagert

Die am Donnerstag nach Lubmin gebrachten Castor-Behälter befinden sich inzwischen unter sicherem Verschluss im atomaren Zwischenlager Nord (ZLN). Auf den 20 letzten Kilometern des Transports gab es noch einmal eine längere Verzögerung. Kurz vor 22 Uhr rollte der Zug dann auf das Gelände des stillgelegten Kernkraftwerkes.

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Lubmin (dapd/red) - Die vier Behälter mit rund 2.500 Brennstäben aus dem Forschungszentrum Karlsruhe und dem früheren Atomfrachter "Otto Hahn" seien noch in der Nacht in die Verladehalle des dafür vorgesehenen Hallentrakts 8 rangiert worden, sagte eine Sprecherin der Energiewerke Nord (EWN) am Freitag der Nachrichtenagentur dapd.

Im Tagesverlauf sollen die tonnenschweren Castoren auf ihre Strahlenbelastung ausgemessen werden. In den nächsten Tagen werden die Behälter dann mit einem Schwerlastkran auf die vorbereiteten Stellplätze umgesetzt und an das zentrale Sicherheitsüberwachungssystem angeschlossen.

Damit befinden sich jetzt in dem bundeseigenen Zwischenlager insgesamt 69 Castor-Behälter, darunter 65 Spezialcontainer mit abgebrannten Brennelementen aus den stillgelegten ostdeutschen Atommeilern Lubmin und Rheinsberg. Nach EWN-Angaben verfügt das Lager über insgesamt 80 genehmigte Castor-Stellplätze.

Voraussichtlich für Februar ist ein weiterer Castor-Transport nach Lubmin geplant. Dann sollen fünf Castor-Behälter mit 140 so genannten Glaskolillen aus dem ehemaligen Forschungszentrum Karlsruhe überführt werden. Bei dem in Bundesbesitz befindlichen Abfall handelt es sich nach EWN-Angaben um insgesamt 60 Kubikmeter einer in Glas eingeschmolzenen, also verfestigten, hochradioaktiv strahlenden Plutonium-Uran-Flüssigkeit.

Der Castortransport aus dem französischen Cadarache hatte am Donnerstagabend nach fast 50-stündiger Fahrt das Zwischenlager bei Lubmin erreicht. Atomkraftgegner hatten entlang der Strecke mit Protesten und Blockaden mehrfach den Zug zum Zwischenstopp gezwungen. Zuletzt musste der Transport nur etwa 15 Kilometer vor dem Ziel mehr als fünf Stunden halten, weil sich zwei Aktivisten der Umweltinitiative Robin Wood im Gleisbett einbetoniert und angekettet hatten.