Atommüll

Castor-Transport von Jülich nach Ahaus abgeblasen

Der umstrittene Atommülltransport vom Forschungszentrum Jülich (FZJ) nach Ahaus ist aller Voraussicht nach geplatzt. Die betroffenen Brennelemente sollen in die USA verlagert werden, entschied der FZJ-Aufsichtsrat am Mittwoch. Wahrscheinlich werden die Castor-Behälter also noch einige Zeit in Jülich bleiben, bis der Transport organisiert ist.

Atommüll Lagerung© Markus Schieder / Fotolia.com

Jülich (dapd-nrw/red) - Der Vorstand solle dazu die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Damit der Transport organisiert werden kann, soll die Lagerungsgenehmigung für die 152 Castor-Behälter in Jülich um drei Jahre bis Mitte 2016 verlängert werden. Ursprünglich sollten die Castoren ins atomare Zwischenlager Ahaus gebracht werden.

Transport durch dicht besiedeltes Gebiet

Dies war bei Atomkraftgegnern und der NRW-Landesregierung auf scharfe Kritik gestoßen. "Endlich hat die Bundesregierung eingesehen, dass ein Transport des Atommülls von Jülich nach Ahaus keinen Sinn macht", sagte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). Die Verlagerung der Castoren wäre ein Sicherheitsrisiko gewesen und hätte teure Polizeieinsätze erfordert.

Die geplanten Transporte des Atommülls nach Ahaus hatten auch für erhebliche Proteste gesorgt, weil sie durch dicht besiedeltes Gebiet führen sollten. Die Lagerung der Brennelemente in Jülich war bislang nur bis Juni 2013 genehmigt. Bei ausbleibender Verlängerung hätte der Atommüll in das weitere Zwischenlager nach Ahaus gebracht werden müssen.

Zwischenlager-Neubau in Vorbereitung

Sollte der Transport in die USA, wo die Brennelemente herkommen, dennoch scheitern, werde der Atommüll in Jülich bleiben, sagte Remmel. "Das Forschungszentrum bereitet zurzeit den Neubau eines Zwischenlagers vor." Dies sei die beste Lösung.