Tausende Gegner erwartet

Castor-Transport soll heute Abend in Frankreich starten

Heute Abend soll in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague der bis dato größte Castor-Transport starten - am morgigen Dienstag sollen zwölf Behälter in Deutschland eintreffen. Entlang der Strecke herrscht Demonstrationsverbot - ungeachtet dessen haben Atomkraftgegner heute "zivilen Ungehorsam" geleistet.

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In der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague soll heute Abend der bis dato größte Castor-Transport mit Atommüll nach Gorleben starten. Am morgigen Dienstag soll der Zug mit den insgesamt zwölf Behältern in Deutschland eintreffen.

Im Wendland wollen auch dieses Mal Tausende Atomkraft-Gegner gegen den Transport protestieren. Demonstrationen am Wochenende verliefen friedlich; heute kam es am Rande der Demo zu einer Auseinandersetzung zwischen etwa hundert Demonstranten und der Polizei. Dabei wurden zwei Polizisten verletzt. Die Stimmung sei aber grundsätzlich friedlich, so die Polizei.

Indes hat das Oberverwaltungsgericht Dannenberg das von der Bezirksregierung verhängte Demonstrationsverbot bestätigt - entlang der Strecke sind fortan Demonstrationen verboten.

Ungeachtet dessen haben heute 200 Atomkraftgegner der Kampagne "X-tausendmal quer" in Groß Gusborn mit einer Aktion zivilen Ungehorsams gegen das entlang der Castor-Transportstrecke geltende Demonstrationsverbot demonstriert. Unter dem Motto "Wir sind so frei" versuchten die Atomkraftgegner in Groß Gusborn in die Demonstrationsverbotszone hineinzugehen. Als sie von der Polizei daran gehindert wurden, sei aus der Demonstration eine "Aktion zivilen Ungehorsams" geworden, so "X-tausendmal quer". Sprich: die Atomkraftgegner führten ihr eigentlich für Klein Gusborn geplantes "Fest der Versammlungsfreiheit" an Ort und Stelle durch.

Die Atomkraftgegner wiesen infolge der Aktion darauf hin, dass sie damit bewusst nicht den Aufforderungen der Polizei gefolgt seien, die sie drei Mal aufgefordert hatte, die Versammlung aufzulösen. "Wir entscheiden selbst, wann wir wo und wie lange demonstrieren," sagte " X-tausendmal quer"-Pressesprecher Sören Janssen.

"X-tausendmal quer" plant eigenen Angaben zufolge "in den nächsten Tagen" eine gewaltfreie Sitzblockade auf der Transportstrecke.