Früher Start

Castor-Transport erreicht Deutschland (Upd.)

Der Castorzug mit deutschem Atommüll hatte die französisch-deutsche Grenze gegen 14 Uhr bei Saarbrücken passiert und wird nach Polizeiangaben seine Route über Kaiserslautern und Mannheim fortsetzen. Am Zielort in Lubmin soll er am Donnerstag eintreffen - so zumindest die bisherige Planung.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Aix-en-Provence/Saarbrücken (dapd/red) - Dutzende Einsatzwagen der französischen Sonderpolizei CRS und zwei Helikopter begleiteten den Konvoi mit insgesamt vier Castoren bei seinem Start aus einem Güterbahnhof. Er wird in den kommenden zwei Tagen mehr als 1.500 Kilometer nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern zurücklegen. In den Castoren befinden sich rund 2500 Brennstäbe aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe und vom Atomschiff "Otto Hahn", die jahrelang in den Atomlaboren in Cadarache lagerten. Auf dem weitläufigen Gelände rund 30 Kilometer von Aix-en-Provence entfernt werden militärische und zivile Produkte der Kernkraft erforscht und weiterverarbeitet.

Der Zug fuhr um exakt 20.00 Uhr und damit 25 Minuten früher ab als es nach internen Dokumenten der französischen Bahn SNCF zunächst geplant war. Der Atommülltransport hat am frühen Mittwochnachmittag Deutschland erreicht. Er passierte gegen 14.00 Uhr bei Saarbrücken die französisch-deutsche Grenze. Mehrere Dutzend Atomkraftgegner sammelten sich zu einer Spontandemonstration am Saarbrücker Hauptbahnhof, zu der Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Grüne Jugend Saar aufgerufen hatten. Mehrere hundert Polizisten waren im und um den Hauptbahnhof im Einsatz. Der Zugverkehr war erheblich beeinträchtigt, es fuhren keine regulären Züge mehr.

Am Mittag war der Atommülltransport wenige hundert Meter vor der Grenze zunächst zum Stehen gekommen. Grund war der Fund einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Saarbrücker Güterbahnhof, wie eine Sprecherin der Bundespolizei auf dapd-Anfrage sagte. "Sicherheit geht vor", betonte die Sprecherin. Daher habe sich die Weiterfahrt verzögert. Die Bombe war am Mittwochmorgen bei Bauarbeiten auf dem Gelände des Bahnhofs gefunden worden. Einsatzkräfte evakuierten ein Areal in einem Umkreis von etwa 500 Metern.

Nach seiner Ankunft im Saarland wird der Castor-Transport nach Lubmin seine Route über Kaiserslautern und Mannheim fortsetzen. Das bestätigte die Bundespolizei der Nachrichtenagentur dapd am Mittwoch in Saarbrücken.