Nötigung und Störung

CASTOR-Stopper werden angeklagt

Die spektakuläre Aktion von fünf Robin Wood-Aktivisten, die sich am 27. März an den Gleisen bei Süschendorf festketteten und so den CASTOR-Transport aufhielten, wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Die Staatsanwaltschaft wirft den vier Männern und der jungen Frau Nötigung und Störung öffentlicher Betriebe vor.

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Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood und CASTOR-Widerständler aus dem Wendland sollen wegen ihrer spektakulären Aktion gegen den letzten CASTOR-Transport nach Gorleben vor Gericht gestellt werden. Die Umweltschützer hatten sich in der Nacht vom 27. auf den 28. März 2001 bei Süschendorf im Gleisbett festgeschlossen und den Zug mit dem Atommüll auf diese Weise 17 Stunden aufgehalten. Die vier erwachsenen Männer werden vor dem Amtsgericht in Lüneburg angeklagt, die beteiligte junge Frau vor dem Jugendgericht in Dannenberg. Außerdem sind zivilrechtliche Klagen gegen die Aktivisten und Robin Wood zu erwarten.

In der Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft den Beteiligten Nötigung (§ 240 StGB) und Störung öffentlicher Betriebe (§ 316 b StGB) vor. Nicht mehr vorgeworfen wird den Umweltschützern ein gefährlicher Eingriff in den Schienenverkehr. Dieser Tatbestand war anfangs in den Medien und in polizeilichen Ermittlungsakten aufgetaucht. Auch von Sachbeschädigung ist keine Rede mehr.