Desaströs

Castor-Einsatz: Polizisten sind "stinksauer"

Polizeigewerkschaftler kritisieren die Organisation beim Einsatz zum Schutz des jüngsten Atommülltransports nach Gorleben. Die beteiligten Beamten seien "stinksauer" über die "unzumutbaren Umstände" des Castor-Einsatzes, hieß es. Von einem nicht vorstellbaren Organisationsdesaster ist die Rede.

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Osnabrück (dapd/red) - Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. Nicht nur bei der Polizei in Niedersachsen brodele es gewaltig. "Uns erreichen immer mehr Proteste, gerade von Polizistinnen", sagte er.

Wendt kritisierte, ein derartiges Organisationsdesaster wie in Gorleben habe er noch nicht erlebt. "Polizistinnen mussten ihre Notdurft öffentlich verrichten und sich dabei mit Handykameras von Demonstranten filmen lassen, weil es nur vereinzelt mobile Toiletten gab", sagte er.

Auch die Verpflegung mit Essen und Trinken habe nicht geklappt, weil die Traktoren der Demonstranten die Versorgung praktisch lahmgelegt hätten. Zum Teil hätten die Beamten bis Montag mit ihren Lunchpaketen vom Samstag auskommen müssen. Diese "Riesensauerei" dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben. Im Wendland sollten Traktoren künftig vor dem Castor-Transport sichergestellt werden, um Straßenblockaden zu verhindern.

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, beklagte, Beamte seien mit ihrer rund 15 Kilogramm schweren Schutzkleidung bis zu 35 Stunden hintereinander im Einsatz gewesen, weil die Ablösung nicht wie geplant funktioniert habe. Die Forderungen seiner Gewerkschaft, entlang der Castor-Strecke etwa alle 300 Meter eine mobile Toilette aufzustellen, seien in Gorleben missachtet worden. Die GdP sei dabei, alle Versäumnisse zusammenzutragen. "Der Castor-Einsatz wird nicht ohne Folgen bleiben", kündigte Witthaut an.