"Capital": Biblis A steht vor dem Aus

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Der umstrittene hessische Atommeiler Biblis A steht nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Capital" (Ausgabe 14/2000, EVT 29. Juni) vor dem Aus. Das Betreiberunternehmen RWE muss die im Atomkonsens festgelegte Reststrommenge laut "Capital" aus betriebswirtschaftlichen Gründen auf modernere Atomkraftwerke übertragen. Gemäß dem Atomkonsens dürfte Biblis A eigentlich bis 2008 am Netz bleiben. Doch die Kosten von 800 Millionen Mark für die anstehende Nachrüstung "kann RWE mit Biblis A bis 2008 am Markt nicht verdienen", zitiert "Capital" den Energie-Experten Bernhard Hillebrand vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Essen.


Nach "Capital"-Informationen will RWE unter Hinweis auf die begrenzte Restlaufzeit eine billigere Nachrüstungs-Lösung gegenüber dem Bundesumweltministerium und der hessischen Atomaufsichtsbehörde aushandeln. Doch Hessens CDU-Ministerpräsident Roland Koch ist strikt dagegen: "Die Nachrüstung muss sich an der technisch möglichen Nutzungsdauer orientieren", sagte Koch gegenüber "Capital". Biblis A müsse so aufwendig modernisiert werden, als habe der Meiler eine Gesamtlaufzeit von bis zu 60 Jahren - anstelle der im Konsens vorgesehenen 32 Jahre. RWE erhalte "keinen Pfennig Rabatt", so Koch zu "Capital" und weiter: "Ich halte Biblis A nicht aus symbolischen Gründen am Netz."