Sinkende Preise an Strombörse

BWE: Windenergie macht Strom günstiger

Die Erzeugung von Windstrom erspart dem Verbraucher 2007 voraussichtlich zwei Milliarden Euro, so der Bundesverband WindEnergie (BWE). Durch die Produktion von Windstrom werden einige ineffiziente, teure Kraftwerke nicht zur Deckung des Strombedarfs benötigt, wodurch der Preis an der Strombörse sinkt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - "Trotz guter Konjunktur und ungeplanten Stillständen von Kernkraftwerken liegen die Preise an der Strombörse niedriger als im Vorjahr", sagte BWE-Geschäftsführer Ralf Bischof. "Daran hat die Windenergie einen großen Anteil." Im ersten Halbjahr 2007 produzierten Deutschlands Windkraftanlagen 22 Milliarden Kilowattstunden Strom, was fast neun Prozent des deutschen Stromverbrauchs entspreche.

Da der produzierte Windstrom per Gesetz von den Energieversorgern abgenommen werden muss, werden konventionelle Kraftwerke, wie etwa alte und ineffiziente Gas- oder Kohlekraftwerke, zur Deckung des Strombedarfs kaum mehr benötigt. Da das teuerste gerade noch benötigte Kraftwerk den Preis für den gesamten Strom diktiert, dieses aber bei viel Wind nicht mehr gebraucht wird, sinken die Preise an der Strombörse, erklärt der Verband. Im ersten Halbjahr hätten sich die Einsparungen durch Windenergie auf 2,3 Milliarden Euro belaufen. Dies sei doppelt so viel wie die Mehrkosten durch die Windstromvergütung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Das Bundesumweltministerium hat zuletzt in seinem wissenschaftlichen Erfahrungsbericht zum EEG die Preissenkung durch den so genannten Merit-Order-Effekt aller Erneuerbarer Energien für 2006 mit fünf Milliarden Euro beziffert. Bischof: "2007 könnte die Windenergie fast alleine die Strompreise um 4,5 Milliarden Euro dämpfen. Die Mehrkosten, die dem Verbraucher durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz entstehen, zahlt die Windenergie also doppelt zurück."