Empfindliche Märkte

BWE: Ölvorräteaufstockung ist falsches Signal

Der Bundesverband WindEnergie hält es für falsch, als Reaktion auf die Irak-Krise die strategischen Ölreserven in der Europäischen Union zu erhöhen. Stattdessen sollten konkretere Schritte zur Förderung erneuerbarer Energien eingeleitet werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Als "Zeichen großer Ratlosigkeit" wertet Dr. Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE), die Ankündigung der EU-Energiekommissarin Loyola de Palacio, wegen der Irak-Krise die strategischen Ölreserven zu erhöhen. Die Aufstockung der Ölreserven ändere nichts an dem Umstand, dass ein Großteil des knapper werdenden Erdöls aus politisch unsicheren Regionen stamme, so Ahmels. Der drastische Preisanstieg für Rohöl auf knapp 30 Dollar pro Barrel (159 Liter) zeige einmal mehr, wie empfindlich die Märkte auf die geopolitsiche Instabilität im Nahen Osten reagieren.

"Statt immer mehr Öl zu horten, sollte Europa konkrete Schritte zur Förderung erneuerbarer Energien einleiten", fordert Ahmels. So gebe es auf europäischer Ebene zwar seit September 2001 die "Richtlinie zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen", in der eine Verdoppelung des Ökostrom-Anteils am Gesamtbedarf auf rund 22 Prozent im Jahre 2010 angepeilt wird. Allerdings hätten sowohl die EU-Kommission als auch das Parlament versäumt, den Mitgliedsländern klare Vorgaben zu machen, mit welchen Förderinstrumenten sie diese Ausbauziele erreichen sollen.