Überprüfung

BW-Kernkraftwerke: Geschützt gegen extreme Witterungsbedingungen

Das baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsministerium hat die Kernkraftwerke des Landes auf Sicherheit bei extremen Witterungsbedingungen untersucht. Ergebnis: Die Kraftwerke sind auch bei hohen und tiefen Wasser- oder Außenlufttemperaturen sowie anderen Einflüssen hinreichend geschützt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Die Kernkraftwerke in Baden-Württemberg weisen auch gegen extreme Witterungseinflüsse einen hinreichenden Schutz auf. Dies ist das Ergebnis einer aufsichtlichen Überprüfung der Kernkraftwerke, die der baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsminister Stefan Mappus in dieser Woche dem Kabinett vorgelegt hat. Anlässlich des extrem heißen Sommers im Jahr 2003 hatte das Umwelt- und Verkehrsministerium als atomrechtliche Aufsichtsbehörde die Kernkraftwerke im Land daraufhin untersucht, wie sich extreme Witterungsbedingungen auf den sicheren Betrieb der Kernkraftwerke auswirken.

Die extreme, lang anhaltende Hitzeperiode im Sommer 2003 hatte dazu geführt, dass die Flusswassertemperaturen in Rhein und Neckar stark angestiegen, die Wasserabflüsse und Pegelstände gefallen und extrem hohe Lufttemperaturen aufgetreten sind. Dies führte dazu, dass an einzelnen Stellen die tatsächliche Flusswassertemperatur die bei der Auslegung des Not- und Nachkühlsystems zu Grunde gelegte maximale Flusswassertemperatur geringfügig überschritten hatte. Durch aufsichtliche Anordnungen wurde damals sichergestellt, dass die betroffenen Kernkraftwerke durch eine Absenkung ihrer Leistung in einem Leistungsbereich arbeiteten, für den die erforderlichen Sicherheitsnachweise unzweifelhaft gegeben waren. Nachdem die Sicherheitsnachweise auch für höhere Flusswassertemperaturen erbracht waren, wurden die Anordnungen zur Leistungsabsenkung wieder aufgehoben.

Bei sehr hoher Wassertemperatur oder sehr niedriger Wasserführung in Rhein und Neckar können auch zukünftig - aus wasserrechtlichen Gründen - Leistungsreduzierungen beziehungsweise Abschaltungen auch von Kernkraftwerken erforderlich werden. Die Nachkühlfähigkeit und damit die Sicherheit der baden-württembergischen Kernkraftwerke seien jedoch auch in solchen Fällen jederzeit gewährleistet.

Auch unter extremen Witterungsbedingungen müssen Kernkraftwerke die Schutzziele "Abschalten des Reaktors", "Abführen der Nachzerfallswärme", "Verhindern einer unzulässigen Freisetzung radioaktiver Stoffe" und "Begrenzung der Strahlenexposition" eingehalten werden. Da auch in Zukunft mit extremen Witterungsbedingungen gerechnet werden muss, wurde geprüft, ob sicherheitstechnisch wichtige Auslegungs- und Nachweisparameter extremen Witterungsbedingungen angepasst werden müssen. Dabei wurden die Auswirkungen von hohen sowie tiefen Wasser- oder Außenlufttemperaturen, Windlast, Schneelast, Hochwasser und Blitzschlag auf sicherheitstechnisch wichtige Gebäude und Einrichtungen untersucht. Die aufgrund der Überprüfung vorgenommenen Änderungen dienen der weiteren Optimierung von betrieblichen Maßnahmen, die bei extremen Witterungsbedingungen zu treffen sind.