"Vierte Kraft"

BvS stimmt VEAG-Übernahme durch HEW zu

Die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben hat dem Verkauf der E.ON- und RWE-Anteile an der Vereinigten Energiewerke AG an die Hamburgischen Electricitäts-Werke AG zugestimmt. Damit steht der Bildung einer "vierten Kraft" auf dem deutschen Strommarkt nichts mehr im Weg.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Nach der Einigung zwischen E.ON und Mirant über die Aufteilung des Berliner Energieversorgers Bewag und der damit verbundenen Übernahme der Vereinigten Energiewerke AG (VEAG) durch die Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) hat jetzt auch die Treuhand-Nachfolgerin BvS (Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben) grünes Licht für die Bildung einer "vierten Kraft" gegeben. Wie der Vorsitzende des BvS-Verwaltungsrats, Manfred Schüler, gestern in Berlin bekannt gab, sei die Bestandsgarantie für den ostdeutschen Braunkohlestrom und die Sicherung der Arbeitsplätze ausschlaggebend für diese positive Entscheidung gewesen.


Nun wird die HEW die ehemaligen E.ON- und RWE-Anteile an der VEAG und der Lausitzer Braunkohle AG (Laubag) übernehmen, den Verkauf hatte das Bundeskartellamt zur Voraussetzung einer Fusionsgenehmigung von Bayernwerk und PreussenElektra zu E.ON und von RWE und VEW gemacht. Da dadurch die Grundlagen des Privatisierungsvertrages von 1994 geändert wurden, war eine Zustimmung der BvS notwendig geworden. Diese hatte vor ihrer Zustimmung auch geprüft, ob die finanzielle Bonität von HEW ausreicht, die Ertragseinbußen der VEAG durch die Liberalisierung der Strommärkte zu kompensieren. Schüler zeigte sich erfreut über die Einigung von E.ON und Mirant. Da sowohl HEW als auch Mirant künftig 43 Prozent an der Bewag halten, könne auch die Bewag in die "vierte Kraft" eingebunden werden.


Weitere Aspekte der vertraglichen Beziehungen zwischen HEW und BvS, etwa die Einbeziehung der Mitteldeutschen Braunkohle AG (Mibrag) oder die im Privatisierungsvertrag festgehaltenen Investitionsgarantien, sollen möglichst zügig geregelt werden, kündigte Schüler an.