Standpunkt

Bundeswirtschaftsminister Müller: "Deutschland ist Windkraft-Weltmeister"

Wirtschaftsminister Werner Müller hat im Bundestag angekündigt, die Förderung erneuerbarer Energien in der nächsten Legislaturperiode so weiterzuentwickeln, dass weitere technische und wirtschaftliche Optimierungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie stimuliert werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller hat gestern die Energiepolitik der Bundesregierung erläutert und einen Überblick über den energiepolitischen Fahrplan der nächsten Jahre gegeben. Das Bundeskabinett hatte zuvor den Erfahrungsbericht zum Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) verabschiedet.

"Der Ausbau erneuerbarer Energien hat einen hohen Stellenwert in unserer Energiepolitik. Ziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland bis 2010 zu verdoppeln. Auf diesem Weg sind wir ein gutes Stück vorangekommen", hob Müller hervor. Zu dem Ausbau erneuerbarer Energien habe das EEG ganz wesentlich beigetragen. Allein im letzten Jahr seien 17,8 Terawattstunden regenerativ erzeugten Stroms auf Basis des EEG in das Netz eingespeist worden. Den Hauptanteil hieran habe die Windenergie mit etwa 11 Terrawattstunden gehabt.

Deutschland führt bei der Windenergiegewinnung

"Deutschland ist Windkraft-Weltmeister", betonte Minister Müller. Nirgendwo sonst in der Welt werde soviel Strom aus Windkraft erzeugt. Der Anteil der Windkraft lag 2001 bundesweit bei 2,3 Prozent des Stromverbrauchs, in den norddeutschen Küstenländern sogar im zweistelligen Bereich. Durch einen rasanten technischen Fortschritt würden die Anlagen immer größer und leistungsfähiger. Er erwarte, dass sich dieser Fortschritt auch in sinkenden Kosten bei der Windstromerzeugung niederschlage. Wichtige Impulse habe das EEG aber auch bei der Stromerzeugung durch Photovoltaik und Biomasse gegeben, sagte Müller. Hier rechne er mit einem weiter wachsenden Markt.

Für die Novellierung des EEG in der kommenden Legislaturperiode kündigte Müller an, die Förderung so weiterzuentwickeln, dass weitere technische und wirtschaftliche Optimierungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie stimuliert werden. Ziel müsse es sein, mittel- und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien zu erreichen. Bei der Windkraft sehe er dieses Ziel bereits in greifbarer Nähe, sagte Müller. Deshalb könnten hier die Fördersätze bald abgesenkt werden.

Leitbild Nachhaltigkeit

Weiterhin hob der Minister die weiteren Erfolge in der Energiepolitik der Bundesregierung hervor. Dazu gehöre die Etablierung eines echten Wettbewerbs im Strom- und Gasmarkt, von dem auch Wirtschaft und Verbraucher profitierten. Auch die Sicherung der deutschen Steinkohle, die Neuordnung der Braunkohlewirtschaft in Ostdeutschland, der Atomausstieg, das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und die Energieeinsparverordnung seien wichtige Ergebnisse dieser Politik. In der nächsten Legislaturperiode werde die Nachhaltigkeit Leitbild der Energiepolitik der Bundesregierung sein. Hierfür müssten die energiepolitischen Zielsetzungen Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit gleichrangig verfolgt werden. Insbesondere im Bereich der Energieeffizienz könne hier noch viel erreicht werden. "Die Bundesregierung wird ihren erfolgreichen Weg der Modernisierung fortsetzen, und ich verspreche Ihnen, wir werden dies mit viel Energie tun", sagte Müller abschließend.