Strom-News
Beratung mit Nord StreamDie Bundeswehr hat Bedenken gegen die Trassenführung der geplanten Ostsee-Gaspipeline durch Manövergebiete. Nach Angaben eines Sprechers von Nord Stream wurden die Einwände von der Wehrbereichsverwaltung Nord Ende April erhoben. Die Betreiber führten nun "intensive Gespräche" mit der Bundeswehr und den Behörden.
Berlin (afp/red) - Die Bedenken der Bundeswehr wurden im Rahmen des laufenden Genehmigungsverfahrens erhoben, für das das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zuständig ist. Ein Ergebnis der Bewertung durch das Bundesamt liegt noch nicht vor. Laut BSH wird ab 22. Juni eine Erörterung zu den Einwänden in Stralsund stattfinden. Wann eine Entscheidung fällt, ist noch offen. Nord Stream hofft auf eine Genehmigung bis Ende des Jahres. Nord-Stream-Sprecher Steffen Ebert wollte die Einwände der Bundeswehr aber nicht näher kommentieren.
(Foto / Abb.: Nord Stream AG)
Bereits im März hatte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Linken im Bundestag auf die Vorbehalte verwiesen. Darin hieß es, die geplante Trasse der Pipeline solle innerhalb der Grenzen des "Artillerieschießgebietes Pommersche Bucht" sowie des Übungsgebietes ED-D 47 verlaufen. "Die Bundeswehr hat gegenüber dem BSH Bedenken erhoben und vorgeschlagen, entweder die Pipeline außerhalb der Übungsgebiete zu verlegen oder sie innerhalb der Übungsgebiete so zu verlegen, dass das Restrisiko von Beschädigungen nahezu auszuschließen ist", hieß es in der Antwort der Bundesregierung weiter.
Der Bau der rund 1200 Kilometer langen Pipeline sollte in diesem Jahr beginnen und voraussichtlich bis Ende 2011 dauern. Anrainerstaaten wie Polen, Schweden, Estland, Litauen und Finnland befürchten erhebliche Umweltschäden für die Ostsee. Der Bau ist auch politisch brisant: Bislang fließt das russische Gas über Pipelines durch die mitteleuropäischen Staaten nach Deutschland. Diese fürchten, Russland könne ihnen den Gashahn leichter abdrehen, wenn das Gas für Westeuropa nicht mehr für die gleichen Leitungen fließt.
Das Betreiber-Konsortium Nord Stream wird von Russlands Energiegiganten Gazprom mit einer Beteiligung von 51 Prozent angeführt. Mit dabei sind auch Eon Ruhrgas und die Wintershall-Holding mit je 20 Prozent sowie die niederländische Gasunie.
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Bundeswehrangehörige sparten in den letzten beiden Jahren insgesamt über anderthalb Milliarden Kilowattstunden Strom im Vergleich zum Jahr 2005 ein. Mit der weiteren Unterstützung von Energieagentur.NRW soll der Stromverbrauch dieses Jahr weiter sinken.
Der Bau der Ostsee-Pipeline wird sich Medienberichten zufolge weiter verzögern. Wohl erst Ende 2011 wird Gas durch die 1220 Kilometer lange Pipeline fließen, wie Nord Stream-Finanzchef Paul Corcoran mitteilte. Grund seien Bedenken von Finnland und Dänemarkt, die eine Änderung des Leitungsverlaufes fordern.
Die geplante Ostsee-Pipeline wird Medienberichten zufolge teurer als bislang angenommen. Gazprom habe die Kostenschätzung nach oben angehoben, so soll das Projekt statt wie zunächst geplant 5 Milliarden Euro nun 7,4 Milliarden Euro kosten.
Ab 2010 wird durch eine neue Pipeline Erdgas von der Ostsee nach Sachsen strömen, der Bau für die entsprechende Anbindungsleitung durch Brandenburg beginnt im nächsten Jahr. Dabei sollen regionale Betriebe mit einbezogen werden, auch Landkreise und Gemeinden wollen von der neuen Erdgas-Trasse profitieren.
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