Sicherheitsbedenken

Bundeswehr bremst Ausbau der Windenergie in Niedersachsen

Immer öfter steht die Bundeswehr dem Bau neuer Windparks im Weg. Der Grund sind Sicherheitsbedenken, denn die rotierenden Windräder stören laut Bundeswehr die Radaranlagen und damit die Flugsicherheit. Zahlreiche Anlagen liegen derzeit auf Eis, Erzeuger und Investoren beklagen die Benachteiligung.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Nordholz/Wittmund (red) - Der Ausbau von Windenergie soll gefördert werden, doch immer wieder gibt es Proteste, wenn neue Windkraftanlagen gebaut werden: Anwohner beschweren sich über Lärm und die Verschandelung der Landschaft, Tierschützer befürchten Gefahr für Vögel und Fledermäuse. Jetzt steht auch die Bundeswehr immer öfter dem Bau neuer Windparks im Weg.

Dies ist der Fall in Nordholz und Wittmund (Niedersachsen). Dort verhinderte die Bundeswehr den Bau von Windrädern. In Wittmund ist die Situation noch nicht abschließend geklärt, dort soll jede Anlage einzeln geprüft und eventuell genehmigt werden. Der Grund: Die Windräder stören die Flugsicherung. Die rotierenden Elemente liefern Informationen, die ein Erkennen nahender Flugzeuge über den Radar erschwert oder verhindert.

Ausbau der Windenergie wird auf Eis gelegt

Medienberichten zufolge fürchten Vertreter der Windenergie-Branche um den gesamten Ausbau der Windenergie im Nordwesten Deutschlands. Von deren Seite heißt es, die Bundeswehr stütze sich bei den Gutachten auf veraltete Radarsysteme. Auch die Bundesregierung hat das Problem erkannt. Sie setzt auf den Austausch bereits vorhandener Windräder gegen effizizentere Neuanlagen, die mehr Leistung bringen, sich aber langsamer drehen, was die Beinträchtigung der Radarsysteme reduziere. Trotzdem beharrte die Bundeswehr auf der Ablehnung.

Nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie liegen zahlreiche Windkraftprojekte in Deutschland derzeit noch auf Eis. Allein in Niedersachsen würde Investitionen in Höhe von 400 Millionen Euro durch die Bundeswehr blockiert, wie der Vorsitzende des Bundesverbandes Windenergie der Süddeutschen Zeitung sagte. Demnach könnten Anlagen mit insgesamt 1050 Megawatt Leistung gebaut werden, wenn die Bundeswehr zustimmen würde.