Weltwirtschaft

Bundeswehr befürchtet Ölkrise mit drastischen Folgen

Eine Bundeswehr-Studie hat analysiert, welche Auswirkungen der Rückgang der Ölvorräte und die sinkende Förderrate auf die Weltwirtschaft haben könnten. Die Ergebnisse der nicht offiziell freigegebenen Analyse zeigen, wie sehr eine drohende Energiekrise Märkte ins Wanken bringen und machtpolitische Verhältnisse umdrehen könnte.

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Hamburg (red) - Vom Dezernat Zukunftsanalyse der Bundeswehr stammt die Studie, die derzeit in verschiedenen Blogs kursiert und über die Spiegel Online berichtet. Gewarnt wird vor Verschiebungen des Machtgleichgewichts, einem Versagen der Märkte und schweren Krisen in Politik und Wirtschaft. Laut Studie sei dieser Zeitpunkt, genannt Peak Oil, bereits um das Jahr 2010 zu erwarten und die Folgen mit einer Verzögerung von 15 bis 30 Jahren.

Machtzuwachs für ölfördernde Länder

Zu den zentralen Ergebnissen der Studie zählt, dass im Fall einer Ölkrise Öl zum entscheidenden Faktor bei internationalen Beziehungen werden und die Förderländer sich als regionale oder gar globale Führungsmächte etablieren könnten. Diese Länder könnten ihre Interessen in Politik und Wirtschaft offensiver durchsetzen. Es wird auch erwartet, dass die Liberalisierung des Energiemarktes zurückgeschraubt wird. Erdöl würde stärker über binationale Verträge als über den freien Markt gehandelt werden.

Versorgungsengpässe und Preisschocks

Besonders düster sehen die Vorhersagen in Bezug auf die Entwicklung des globalen Wirtschaftssystems und der allgemeinen Versorgung aus. Die Energiekrise könnte dazu führen, dass Handel und Transport sich drastisch verteuern und Versorgungsengpässe bei wichtigen Gütern wie Nahrungsmitteln auftreten. Preisschocks würden in fast allen Bereichen der Industrie drohen. Ein Komplettversagen der Märkte und ein Rückfall in die Planwirtschaft wären möglich.

Auswirkungen auf deutsche Außenpolitik

Auch in Deutschland wären die Auswirkungen der Krise heftig zu spüren. Die Autoren der Studie fürchten gar um den Fortbestand der Demokratie. Um dem entgegen zu wirken, müsste die Regierung ihre Außenpolitik stärker der Versorgungssicherheit unterordnen und besonders die Beziehungen zu erdölfördernden Ländern pflegen.

Die Echtheit der Studie wurde Spiegel Online laut eigener Aussage aus Regierungskreisen bestätigt, allerdings seien die Ergebnisse nicht zur Veröffentlichung gedacht und der Bericht ein rein wissenschaftliches Gutachten.