Forderung

Bundestag: Stromkonzerne sollen für CO2-Zertifikate zahlen

Die deutschen Stromkonzerne sollen nach dem Willen führender Bundestagsabgeordneter künftig für einen Teil der bislang kostenlos von der Bundesregierung erteilten CO2-Emissionszertifikate bezahlen. Das geht aus einer Gesetzesvorlage für die so genannte Allokationsperiode der Jahre 2008 bis 2012 hervor.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Danach sollen die Stromkonzerne künftig für die Verschmutzungsrechte zahlen, erfuhr die Nachrichtenagentur ddp aus Parlamentskreisen. Bislang stellten die Stromkonzerne die kostenlos zugeteilten Zertifikate ihren Kunden in Rechnung und strichen damit Milliardengewinne ein. "Wir müssen diese geschenkten Profite in den Griff bekommen", sagte Katherina Reiche, stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende der ddp.

Reiche will eine Gesetzesänderung, wodurch die von der EU-Kommission erlaubten zehn Prozent der Zertifikate versteigert werden. "Wir brauchen jetzt den Einstieg in die Versteigerung, um Erfahrung mit dem Instrument zu sammeln" sagt Reinhard Loske, Klimaexperte der Grünen-Fraktion.

Ullrich Kelber, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, will ebenfalls die Sondergewinne der Stromerzeuger abschöpfen. Er sieht die Versteigerung von zehn Prozent der Zertifikate als eine Möglichkeit, denkt aber an einen Weg, "die ungerechtfertigten Gewinne der Energieversorger vollständig zu verhindern".