Aktuelle Stunde

Bundestag debattiert über angebliche Krebsrisiken in AKW-Nähe

Nachdem das Ergebnis der Studie zur Krebsgefahr für Kinder in der Nähe von Atomkraftwerken des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) für viele Aufruhr gesorgt hat, befasst sich heute der Bundestag mit dem Thema. Die Grünen-Fraktion hat dazu eine Aktuelle Stunde beantragt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Das BfS hatte eine Studie vorgelegt, wonach die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zu Standorten von Atomkraftwerken zunimmt. Zu den Ursachen enthält die Untersuchung aber keine Aussagen. Die Debatte im Parlament ist für den frühen Nachmittag geplant.

Katherina Reiche, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zweifelt an der Statistik des BfS. Die Studie lasse nicht darauf schließen, dass aus Kernkraftwerken Strahlung entweicht, die bei Kindern Krebs, speziell Leukämie, verursacht. Nunmehr wäre eine nüchterne Prüfung angesagt, wieso die Werte der Untersuchung überdurchschnittlich sind. Laut Reiche wurde die Öffentlichkeit durch die Studie bewusst verunsichert, um Stimmung gegen die friedliche Nutzung der Kernkraft zu machen.

Die Grünen-Bundestagsfraktion hält die Studie jedoch für besorgniserregend und fordert ein früheres Abschalten alter Atomkraftwerke. Offene Fragen zu den Zusammenhängen von Strahlung und Krebserkrankungen müssten von der Bundesregierung rasch geklärt werden.