452,6 Tonnen Schwermetall

Bundesregierung: Zurückgenommenes Plutonium wieder in Kernkraftwerken einsetzen

Insgesamt 452,6 Tonnen Schwermetall erwarten die deutschen Energieversorgungsunternehmen aus den Wiederaufarbeitungsanlagen zurück. Das Plutonium soll in Form von Mischoxid-Brennelementen wieder verwendet werden.

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Nach den derzeitigen Planungen der Energieversorgungsunternehmen soll das gesamte in der Wiederaufarbeitung bereits abgetrennte und in Zukunft noch abzutrennende Plutonium, das nach Deutschland zurückgenommen werden muss, in Form von Mischoxid(MOX)-Brennelementen in deutschen Kernkraftwerken wieder eingesetzt werden. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (Bundestagsdrucksache 14/5861) auf eine Kleine Anfrage der PDS-Fraktion (Bundestagsdrucksache 14/5126) mit. Die nach Angaben der Energieversorger noch zu liefernden Mengen umfassen 42,5 Tonnen Schwermetall aus den Anlagen im britischen Sellafield, 147,5 Tonnen Schwermetall aus dem belgischen Dessel und 262,6 Tonnen Schwermetall aus dem französischen Cadarache.


Die mittlere jährliche Entlademenge an abgebrannten Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken gibt die Regierung mit derzeit 470 Tonnen Schwermetall an, in denen etwa 4,2 Tonnen Plutonium enthalten seien. Der Anteil an spaltbarem Plutonium betrage etwa 0,6 Prozent der Brennelementmasse. Insgesamt wird die Erzeugung von Plutonium in deutschen Leistungsreaktoren bis Ende 1999 auf 85 Tonnen geschätzt, so die Regierung. Etwa 35 Tonnen würden durch Wiederaufarbeitung separiert, 18 Tonnen seien zu MOX-Brennelementen verarbeitet und wieder eingesetzt worden.


Den Bestand an unbestrahlten MOX-Brennelementen bei den Kernkraftwerken Ende August letzten Jahres gibt die Regierung mit 1,3 Tonnen spaltbarem Plutonium an. Ende 2000 hätten sich noch etwa 430 Kilogramm Plutonium in Form von MOX-Lagerelementen in Hanau unter Siemens-Verwaltung befunden. Geringere Mengen im Umfang von einigen Kilogramm fänden sich in Forschungseinrichtungen, heißt es weiter.