Europäischer Energiemarkt

Bundesregierung verärgert über EU-Kommissionspräsident Barroso

Die Bundesregierung hat verärgert auf die Initiative von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso für mehr Wettbewerb in Europas Energiemärkten reagiert. "Wir sind überrascht über das Vorpreschen von allerhöchster Stelle", sagte Energiestaatssekretär Joachim Wuermeling der "Financial Times Deutschland".

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Hamburg (ddp/sm) - Der Brüsseler Behördenchef hatte ein härteres Vorgehen gegen die aus seiner Sicht verkrusteten europäischen Energiemärkte angekündigt. Mitarbeiter Barrosos hatten zudem gesagt, er erwäge eine Zerschlagung von großen Konzerne wie E.ON oder Electricité de France vorzuschlagen. Zudem sympathisiere er mit der Idee einer EU-Energieregulierungsbehörde.

"Wir sind in Konsultationen mit der Kommission. Es ist zu früh für abschließende Meinungen," sagte Wuermeling weiter. Eine Zerschlagung der Energiekonzerne lehnte Wuermeling kategorisch ab. "Wir brauchen wettbewerbs- und leistungsfähige Konzerne in Europa", sagte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und fügte hinzu: "Es ist nicht Aufgabe der EU-Kommission, die europäische Industriestruktur zu bestimmen."