Monitoring

Bundesregierung überwacht die Energiewende

Kommt alles auch voran wie geplant? Dreieinhalb Monate nach der Verabschiedung des Atomausstiegs hat die Bundesregierung einen Mechanismus zur Überwachung der Energiewende beschlossen. Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch den so genannten Monitoring-Prozess "Energie der Zukunft".

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Damit soll überprüft werden, ob die Energiewende in Bereichen wie dem Ausbau erneuerbarer Energien, dem Netzausbau oder der Energieeffizienz auch wie geplant vorankommt. "Nur durch ein gezieltes Monitoring können wir treffsicher reagieren, zum Beispiel beim notwendigen Ausbau der Netze und Kraftwerke", erklärte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).

Überwacht werden die Fortschritte von Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium. Zudem wurde eine Kommission externer Experten eingesetzt, den Vorsitz des Gremiums übernimmt der Heidelberger Ökonomie-Professor Andreas Löschel, der zum Thema Umweltmanagement am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim forscht.

Experten legen ersten Bericht Ende 2012 vor

Der erste der jährlichen Monitoring-Berichte soll Ende nächsten Jahres vorliegen. Zudem soll alle drei Jahre - erstmals 2014 - ein Fortschrittsbericht erstellt werden, der auf einer mehrjährigen Datenbasis beruht und so "verlässliche Trends" darstellen soll. Den Berichten der Bundesregierung soll jeweils die Stellungnahme der Experten-Kommission beigefügt werden. Der Wirtschaftsrat der CDU hatte im Vorfeld moniert, dass sich mit dieser Regelung die Ministerien, die die Energiewende umsetzen sollen, selbst kontrollieren. Stattdessen müssten Energiewirtschaft, Industrie und Verbraucher eingebunden werden.

In Folge der Atomkatastrophe von Fukushima hatte die Regierung im Sommer den stufenweisen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen, der die Abschaltung aller Meiler in Deutschland bis zum Jahr 2022 vorsieht. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung soll demnach bis 2020 auf mindestens 35 Prozent steigen, bis 2030 dann auf 50 Prozent. Zugleich soll der Stromverbrauch bis 2020 um zehn Prozent sinken.