Ab 2030

Bundesregierung: Transparentes Verfahren bei Suche nach Endlagerstandort

Der Arbeitskreis "Auswahlverfahren Endlagerstandorte" wird heute und morgen auf einem Workshop in Mörfelden seine bisherigen Arbeitsergebnisse vorstellen. Er ist von der Bundesregierung beauftragt worden, geo- und sozialwissenschaftliche Kriterien für die Suche nach einem Endlager für radioaltive Stoffe zu entwickeln.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Bundesregierung strebt für die Endlagerung aller Arten radioaktiven Abfalls ein Endlager in tiefen geologischen Formationen an. Dieses Endlager soll um das Jahr 2030 für den Betrieb zur Verfügung stehen.

"Rot-Grün hat die Entsorgungspolitik auf eine neue Grundlage gestellt, da alle Entsorgungskonzepte früherer Bundesregierungen gescheitert sind", ist Umweltstaatssekretär Rainer Baake von seinem Konzept überzeugt. Die Suche nach einem geeigneten Standort werde mit einem Höchstmaß an Transparenz und unter angemessener Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen. "Um für die Auswahl eines Standortes eine breite gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen, führen wir den Dialog mit allen Beteiligten", sagte Baake weiter. Anfang 1999 hatte das Bundesumweltministerium einen Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AKEnd) eingerichtet. Dieses interdisziplinär und pluralistisch besetzte Wissenschaftler-Gremium hat die Aufgabe, geo- und sozialwissenschaftliche Kriterien für die Suche nach einem Endlager zu entwickeln. Der Arbeitskreis präsentiert heute und morgen auf einem Workshop in Mörfelden bei Frankfurt seine bisherigen Arbeitsergebnisse und stellt diese zur Diskussion. Er knüpft damit an einen ersten Workshop vom September 2000 an.

Der Arbeitskreis soll Ende 2002 seine Arbeit abschließen und Empfehlungen vorlegen. Staatssekretär Baake betonte, dass diese Empfehlungen anschließend breit in der Öffentlichkeit diskutiert werden sollen. Erst danach werde die Politik entscheiden, welche Kriterien für die Standortsuche zugrunde liegen sollen. Vorher werde die Standortsuche nicht beginnen. Der Vorschlag des Arbeitskreises für das Auswahlverfahren sieht sieben Schritte vor: Ausgehend von einer "weißen Deutschlandkarte" sollen unter Anwendung geo- und sozialwissenschaftlicher Kriterien Gebiete, Standortregionen und schließlich Standorte ermittelt werden, die besonders günstige Voraussetzungen für eine Endlagerung bieten.