Solarwirtschaft

Bundesregierung schafft Solarboom – und gefährdet ihn jetzt wieder

Die deutsche Solarwirtschaft zeigt sich wenig begeistert über die Kürzung der Solarwärmezuschüsse. Ein neuer Kabinettsentwurf sieht für das Jahr 2002 ein Drittel weniger Geld vor.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Solarförderung der Bundesregierung hat im vergangenen Jahr zu einem Boom bei Solarwärmeanlagen geführt, die Nachfrage nach Solarkollektoren stieg um 50 Prozent. In diesem Jahr dürfte der Zuwachs noch höher ausfallen, so die Einschätzung der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft.

Allerdings befürchtet die Vereinigung ein baldiges Ende des Booms auf Grund der aktuellen Kürzungspläne der Bundesregierung, die Solarwirtschaft und Forschung gleichermaßen betreffen würden. Statt einer dem Bedarf angepassten Mittelaufstockung auf 400 Millionen Mark, seien im aktuellen Kabinettsentwurf für das Jahr 2002 nur 200 Millionen Mark für Solarwärmezuschüsse vorgesehen, ein Drittel weniger als im laufenden Jahr. Die "ARGE SOLARWIRTSCHAFT", ein Zusammenschluss der solaren Fachverbände, fordert deshalb die Mitglieder des Deutschen Bundestages auf, die Kürzungspläne der Bundesregierung umgehend zurückzuweisen. Andernfalls drohe für das nächste Jahr ein Umsatzausfall von bis zu einer Milliarde Mark und ein drastischer Wachstumseinbruch.

Etwa 75 000 Solaranlagen mit 600 000 Quadratmetern Kollektorfläche wurden allein im letzten Jahr in Deutschland installiert. Eine Milliarde Mark konnte die Branche umsetzen. In der Zielsetzung ist sich die Solarwirtschaft mit der Bundesregierung einig: Innerhalb von zehn Jahren soll der Absatz von Solarwärmeanlagen verzehnfacht werden. Bei einem Branchenumsatz von 13 Milliarden Mark können dann über 100 000 Arbeitsplätze neu geschaffen werden, so aktuelle Prognosen der "ARGE SOLARWIRTSCHAFT". Voraussetzung für diesen Brückenschlag ins Solarzeitalter sei jedoch Planungssicherheit für die Industrie für Investition in moderne Produktionsverfahren durch eine zuverlässige Solarförderung.