Spannungen

Bundesregierung fürchtet Streit in Koalition um heikles Atomgeschäft

Über ein heikles Atomgeschäft berichtet die renommierte Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrer aktuellen Ausgabe: Es geht um die Pläne des französischen Nuklearkonzerns Areva, der auf eine deutsche Uran-Anreicherungstechnik umsatteln möchte. Dazu ist jedoch ein Abkommen nötig, das die Deutschen bisher nicht unterschrieben haben.

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Hamburg (red) - Ein heikles Atomgeschäft könnte schon bald den Streit innerhalb der rot-grünen Koalition verschärfen. Wie die ZEIT vom 23. März meldet, will der französische Nuklearkonzern Areva will auf die deutsche Uran-Anreicherungstechnik umsatteln, die von der deutsch-britisch-niederländischen Firma Urenco benutzt und weiterentwickelt wird. Dafür ist aber ein Abkommen zwischen den beteiligten Ländern nötig. Vorige Woche sollte es in Paris unterzeichnet werden, doch auf einmal zierten sich die Deutschen.

Die Bundesregierung steht vor einem Dilemma: Entweder unterschreibt sie, dann käme es zu Spannungen zwischen Rot und Grün. Oder Deutschland steigt aus dem vereinbarten Geschäft aus, dann wäre der Ärger mit Frankreich riesengroß. Laut ZEIT würden zurzeit juristische Konstruktionen geprüft, um die Angelegenheit möglichst geräuschlos zu halten oder den ganzen Vorgang wenigstens bis zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen nicht öffentlich werden zu lassen.