Einsparpotenziale

Bundesnetzagentur: Stromnetzgesellschaften könnten Millionen sparen

Die Bundesnetzagentur hat ein Gutachten zur Höhe der Regelleistung im Stromnetz der vier Übertragungsnetzbetreiber veröffentlicht. Ergebnis: Es könnte jährlich ein zweistelliger Millionenbetrag gespart werden, denn es sei möglich, die Regelleistung ohne Sicherheitsrisiko um 400 Megawatt zu reduzieren.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (AFP/sm) - Die Netzgesellschaften der deutschen Stromkonzerne könnten einem aktuellen Gutachten der Bundesnetzagentur zufolge jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag einsparen und damit die Preise für die Verbraucher senken. Es sei problemlos möglich, die sogenannte Regelleistung zu kürzen, erklärte die Bundesnetzagentur in Bonn.

Stromnetzbetreiber halten die Regelenergie vor, um kurzfristige Schwankungen bei Angebot und Nachfrage auszugleichen. Dem Gutachten zufolge könnten die Betreiber der Stromnetze ihre Regelleistung ohne Sicherheitsrisiko um 400 Megawatt reduzieren. Dies sei auch möglich, wenn die vier Regelzonen in Deutschland wie bislang erhalten blieben. Zudem könne die nicht mehr benötigte Regelleistung, die der Leistung eines mittleren Kraftwerks entspricht, dem freien Stromhandel zur Verfügung gestellt werden, hieß es aus Bonn weiter.

"Die Untersuchungen bestätigen, dass es möglich ist, den Aufwand und die Kosten für Regelenergie weiter erheblich zu verringern. Im Rahmen eines derzeit laufenden Festlegungsverfahrens werden wir jetzt die beiden zur Diskussion stehenden Modelle - zentrale, bundesweite Ausregelung bzw. verstärkte Zusammenarbeit der ÜNB - analysieren und bewerten. Zentrale Punkte hierbei sind die technische Machbarkeit, der wirtschaftliche Nutzen, der Aufwand der Einführung und die Auswirkungen auf die Systemsicherheit", erläuterte der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth die Konsequenzen.

In der Diskussion ist derzeit ein Zusammenlegen der vier Regelzonen. In diesen stellen die vier großen Netzgesellschaften bislang jeweils getrennt voneinander die Regelenergie zur Verfügung. Sollten die Zonen zusammengelegt werden, müsste dies nur noch einmal geschehen. Nach dem Gutachten der Bundesnetzagentur könnten bei einer einheitlichen Regelzone weitere 400 Megawatt Regelenergie für den Fall zu niedriger Stromeinspeisung ins Netz eingespart werden. Für den Fall einer zu hohen Einspeisung ins Netz betrüge die Einsparung demnach sogar 1000 Megawatt.

Weiterführende Links
  • - Das Gutachten in der Originalversion -