Absenkung der Obergrenzen

Bundesnetzagentur senkt Netzentgelte bis zu 30 Prozent

Die Bundesnetzagentur will auch im kommenden Jahr einem Pressebericht zufolge die Einnahmen der großen Stromkonzerne kappen. So sollen die Obergrenzen der Netzentgelte um bis zu 30 Prozent abgesenkt werden. Die Netzentgelte sind Gebühren, die die Betreiber der Stromnetze von Stromanbietern verlangen. Sie sind ein Bestandteil des Strompreises.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (afp/red) - Die Behörde werde die Obergrenzen für die Erlöse Betreiber der deutschen Höchstspannungsnetze zwischen zehn und teils über 30 Prozent absenken, berichtet das "Handelsblatt" vom Mittwoch unter Berufung auf Branchenkreise. Die Begrenzungen würden je nach Unternehmen festgelegt. Für Verbraucher wirkt sich die Begrenzung der Netzentgelte laut Handelsblatt aber kaum aus.

Netzentgelte sinken bis zu 30 Prozent

Am stärksten betroffen ist der baden-württembergische Energieversorger EnBW, dessen Einnahmen "um deutlich über 30 Prozent" gekappt würden, wie ein EnBW-Sprecher der Zeitung bestätigte. Bei der Netz-Tochter des EnBW-Rivalen E.ON, Transpower, werde das Minus etwa 25 Prozent betragen. Das Unternehmen soll bald an den niederländischen Netzbetreiber Tennet verkauft werden. Bei Vattenfall sollen sich die Kürzungen den Angaben zufolge auf rund zehn Prozent belaufen. Die RWE-Tochter Amprion hatte bereits am Dienstag angekündigt, ihre Netzentgelte um 18,5 Prozent zu senken.

Netzkosten sinken wegen EEG-Umlage

Grund für die Begrenzung der Einnahmen der Netzbetreiber ist laut Bericht eine neue Systematik bei der Umlage der Kosten für die Einspeisung erneuerbarer Energien, die staatlich gefördert wird. Diese Kosten seien bislang über die Netzentgelte abgerechnet worden. Künftig würden sie aber über eine Erneuerbare-Energien-Umlage direkt bei den Verbrauchern eingesammelt.