Pilotcharakter

Bundesnetzagentur: Netznutzungs-Sonderkonditionen möglich

Das von der Schließung bedrohte Hamburger Aluminiumwerk hat bei der Bundesnetzagentur die Senkung der Netznutzungsentgelte beantragt, was zu einer Entlastung von 7,5 Millionen Euro führen würde. Seine Behörde prüfe das Anliegen derzeit genau, eine Entscheidung könnte Pilotcharakter haben, sagte Matthias Kurth.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Das wäre doch mal ein standesgemäßer Einstieg (in die Regulierung): Offensichtlich prüft die Bundesnetzagentur derzeit einen Antrag der Hamburger Aluminium-Werke (HAW) auf Sonderkonditionen bei der Nutzung der Stromnetze. Es könnte eine Entscheidung mit Pilotcharakter werden, sagte Matthias Kurt, Chef der Bundesnetzagentur gestern verschiedenen Medienberichten zufolge am Rande einer Energiekonferenz in Düsseldorf.

Die von der Schließung bedrohten Hamburger Aluwerke haben einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge, gemeinsam mit dem örtlichen Versorger HEW (Vattenfall Europe) beantragt, die Netznutzungsentgelte um 50 Prozent unter das ortsübliche Niveau senken zu dürfen, was zu einer Entlastung von 7,5 Millionen Euro führen würde. Derlei "Sonderbehandlung" seien allerdings heikel, schreibt die Wirtschaftszeitung weiter, da es so sehr schnell zu Bevorteilung Einzelner kommen könne. Das neue EnWG sehe diese Möglichkeit allerdings vor, wenn Großkunden in Schwierigkeit kommen.

Der Antrag wird derzeit von seiner Behörde genau geprüft, sagte Kurth gestern in Düsseldorf. Denn: "Andere Unternehmen werden genau hinschauen, wie wir entscheiden."

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