Erheblicher Handlungsbedarf

Bundesnetzagentur legt ersten Energie-Monitoringbericht vor

"Der Handlungsbedarf zur Verbesserung des Wettbewerbs im Energiemarkt ist komplex und umfangreich und nur ein koordiniertes Bündel von Maßnahmen wird den Wettbewerb verbessern", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, heute in Bonn bei der Vorstellung des ersten Monitoringberichts zum Energiemarkt.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Bonn (red) - "Neben einer Prüfung und Kontrolle der Netzentgelte, die wir derzeit durchführen, müssen vor allem die Angebotsbedingungen nachhaltig verbessert werden, um Wettbewerbsdefizite mittelfristig zu beseitigen. Die Unterstützung des Neu- und Zubaus von Kraftwerken durch faire Netzanschlussbedingungen ist ebenso wichtig wie die Erleichterung des Kundenwechsels bei Strom und Gas durch kostengünstige automatische Prozesse", führte Kurth aus.

Trotz anderweitiger Angaben aus der Energiewirtschaft zeigte er sich davon überzeugt, dann den Netzentgelten bei Privatkunden im Strombereich eine hohe Bedeutung zu kommt. Sie sei erheblich höher als bei Gas. Der Bericht zeigt, dass 38 Prozent des Endkundenpreises bei Strom und 22 Prozent bei Gas durch die Netzkosten bedingt sind.

Kurth warb gleichzeitig für eine differenzierte Betrachtungsweise der Arbeit seiner Behörde. "Man sollte die erfolgten Kürzungen bei den Netzentgelten nicht bagatellisieren, sie sind auch für die betroffenen Unternehmen eine Herausforderung. Andererseits können gegenläufige Effekte bei Gas- und Strombezugskosten durch die Bundesnetzagentur nicht beeinflusst werden. Wie der jeweilige Saldo von Kürzungen und steigenden Kosten ausfällt, sollte allerdings transparent und kundenorientiert von den Unternehmen kommuniziert werden."

Günstigere Netzkosten und transparente und einfache Regeln der Netznutzung sollen neuen Anbietern den Einstieg in die Energiemärkte erleichtern, führte Kurth aus. Hier zeige der Bericht, dass im Gasmarkt noch keine befriedigenden Rahmenbedingungen vorhanden seien, und dass auch im Strommarkt einiges optimiert werden könne. Kurth nannte das Engpassmanagement in den Netzen, ihre verbesserte Nutzung, mehr Transparenz bei den netzrelevanten Informationen, verbesserte Ausschreibungsregeln bei der Regelenergie, Beseitigung von Hemmnissen bei grenzüberschreitendem Handel und verbesserte Zugänge zu Gasspeichern als Beispiele, die im Monitoringbericht sehr gründlich und detailliert analysiert und bewertet wurden.