Abstriche

Bundesnetzagentur kürzt weitere Gasnetzentgelte

Die Bundesnetzagentur hat die beantragten Netznutzungsgebühren von zwei Gasnetzbetreibern für deutlich zu hoch befunden und entsprechend gekürzt. Betroffen sind die Netzbetreiber RWE-Westfalen-Weser-Ems Verteilnetz GmbH und E.ON Westfalen Weser AG.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Bonn (ddp-nrw/sm) - Wie die Behörde am Mittwoch in Bonn mitteilte, müssen die RWE-Westfalen-Weser-Ems Verteilnetz und E.ON Westfalen Weser ihre Entgelte um 25,9 beziehungsweise 9,8 Prozent kürzen. Diese Absenkungen ergäben sich aus der Überprüfung der kalkulatorischen Ansätze des Sachanlagevermögens, des Umlaufvermögens und der Kapitalkosten der Unternehmen.

Die Netznutzungskosten verlangen die Gasnetzbetreiber von alternativen Gasanbietern ohne eigenes Netz für die Durchleitung. Sie machen einen beträchtlichen Teil der Endverbraucherpreise aus und gelten als ein Grund für die hohen Gaspreise. Wie stark der Verbraucher von der Kürzung profitiert, lässt sich nach Angaben der Behörde nicht sagen.

Auf dem dritten Deutschen Regulierungskongress in Berlin, wies der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, darauf hin, dass Kostenkontrolle nicht das ausschließliche Allheilmittel zu mehr Wettbewerb sein könne. Es müsse vielmehr das gesamte System verbessert werden. Als Ursache für die bestehenden Wettbewerbshindernisse im Energiemarkt nannte er die geringe Zahl der Anbieter. Gegenüber den großen Energieversorgungsunternehmen machte Kurth deutlich, dass die Regulierung auf leistungsfähige Netze abziele und die Innovationsfähigkeit nicht gefährdet werde. "Leistungsfähige Netze gibt es nicht nur zu Mondpreisen", betonte der Präsident. Solange es Anbieter gebe, deren Netzkosten sieben Mal so hoch wie der Durchschnitt seien, müssten sich diese Firmen kritische Fragen gefallen lassen, sagte er weiter.

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