Auch Entscheidung bei Gas

Bundesnetzagentur kürzt auch E.ON die Netzentgelte

Die Bundesnetzagentur hat auch die von E.ON beantragten Netznutzungsentgelte nicht vollständig anerkannt und eine Kürzung um 16 Prozent verfügt. RWE Westfalen-Weser-Ems muss sie gleichzeitig um zehn Prozent senken. Zudem gibt es auch erste Entgeltbescheide für die deutschen Gasnetze.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp.djn/sm) - Erwartungsgemäß hat die Bundesnetzagentur heute weiteren Stromnetzbetreibern die Durchleitungsnetzentgelte gekürzt. So strich sie die von der Netzgesellschaft des größten deutschen Energiekonzerns E.ON beantragten Tarife um etwa 16 Prozent zusammen. Die vom zweitgrößten nordrhein-westfälischen Strom-Verteilnetzbetreiber RWE Westfalen-Weser-Ems beantragten Durchleitungskosten müssen um knapp zehn Prozent gesenkt werden.

Bisher hatte die Agentur den drei großen Netzbetreibern Vattenfall, RWE und EnBW sowie der regionalen Thüringer Energienetz GmbH die Gebühren für die Durchleitung von Strom um bis zu 18 Prozent gekürzt. Mit der E.ON-Entscheidung hat die Netzagentur jetzt über alle Entgeltanträge der vier großen deutschen Übertragungsnetzbetreiber E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW entschieden.

"Die Kürzungen betreffen, wie in den bisher von der Bundesnetzagentur erteilten Genehmigungen, u. a. die Bereiche Anlagevermögen, kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung und kalkulatorische Gewerbesteuer", erläuterte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, die Entscheidung zu den E.ON-Entgelten. Die Kürzungen bei RWE Westfalen-Weser-Ems betreffen die kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung, die kalkulatorische Gewerbesteuer sowie die Aufwendungen für die Überlassung von Netzinfrastruktur, also die Bewertung des gepachteten Sachanlagevermögens.

Beide Entgeltgenehmigungen gelten ab 1. September 2006 und haben, wie beantragt, eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2007. "Die Bundesnetzagentur arbeitet mit Hochdruck an der Bearbeitung der Bescheide für die in ihrer Zuständigkeit liegenden übrigen Verteilernetzbetreiber. In den nächsten vier Wochen werden mit Bescheiden für weitere 20 Stromnetzbetreiber rund 80 Prozent des in der Zuständigkeit der Bundesnetzagentur liegenden Marktvolumens abgedeckt sein", versicherte Kurth.

Erste Entgeltgenehmigungen erteilte die Behörde unterdessen auch für die deutschen Gasnetze. Bei der Thüringer E.ON-Energie AG, die 110 000 Haushalts- und Gewerbekunden beliefert, kürzte sie die beantragten Kosten um 9,5 Prozent. Bei E.ON Mitte, die 95 000 Endverbraucher versorgt, erkannte die Netzagentur elf Prozent der beantragten Kosten nicht an. Beim Gas machen die Netzentgelte den Angaben zufolge rund 20 Prozent des Endverbraucherpreises aus.

"Von den im Antrag der E.ON Thüringer Energie AG zu Grunde liegenden Kosten, die die Basis für die Kalkulation der Netzentgelte darstellen, hat die Bundesnetzagentur 9,5 Prozent nicht anerkannt. Von den geltend gemachten Kosten der E.ON Mitte AG waren elf Prozent nicht anerkennungsfähig", kommentierte Kurth. In der jetzigen Prüfungsrunde habe seine Behörde allerdings nur einige, dafür aber zentrale Prüfungsschwerpunkte bilden können, führte er aus. Dabei sei sie auf nicht plausible Bewertungen und Kostenansätze gestoßen, die nach den Grundsätzen der gesetzlichen Vorgaben nicht anerkennungsfähig seien. So ergaben sich die Kürzungen insbesondere aus der Prüfung des Sachanlage- und Umlaufvermögens, der Eigenkapitalverzinsung sowie der kalkulatorischen Gewerbesteuer.

Die genehmigten Entgelte werden mit Zustellung der Beschlüsse wirksam und gelten bis 31. März 2008 gelten.