Bundeskartellamt will VEBA/VIAG-Fusion selbst prüfen

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Das Bundeskartellamt hat bei der Europäischen Kommission den Antrag gestellt, die geplante Fusion der beiden Konzerne VEBA und VIAG nebst deren Stromtöchter Bayernwerk und PreussenElektra selbst prüfen zu dürfen. Derzeit ist die Europäische Kommission für die Prüfung zuständig, da beide Unternehmen nicht mehr als zwei Drittel ihres Umsatzes in der Bundesrepublik tätigen. Grund für den Antrag des Bundeskartellamts: Da auch die Verschmelzung der RWE mit der VEW geprüft werden müsse - dies fällt auf jeden Fall in den Zuständigkeitsbereich der Bundesbehörde -, biete es sich auf Grund des "inneren Zusammenhangs" an, beide Fälle einheitlich zu prüfen. Dies gab der neue Chef des Bundeskartellamts, Ulf Böge, heute in Bonn bekannt.



Mit der "Doppelprüfung" will das Bundeskartellamt den administrativen Aufwand für alle beteiligten Unternehmen verringern. Ob die EU-Kommission dem Antrag entsprechen wird, ist ungewiss. Wesentliche Voraussetzung für einen positiven Bescheid seitens der Europäischen Kommission ist die Frage, ob die Verschmelzung der beiden Konzerne vor allem Auswirkungen auf ein Mitgliedsland der Europäischen Union hat - in diesem Fall freilich Deutschland, wo man einen allzu übermächtigen Stromanbieter und also ein das sogenannte Duopol" im liberalisierten Strommarkt verhindern will.