Absprachen

Bundeskartellamt verhängt Bußgelder gegen Flüssiggasunternehmen

Das Bundeskartellamt hat gegen sieben Unternehmen der Flüssiggasbranche sowie deren Geschäftsführer Bußgelder von insgesamt knapp 208 Millionen Euro wegen kartellähnlicher Absprachen verhängt. Die Unternehmen hätten sich seit Jahren darauf verständigt, sich gegenseitig keine Kunden abzuwerben.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp/sm) - Bei den Unternehmen handelt es sich um Drachen-Propangas in Frankfurt am Main, die Stuttgarter Friedrich Scharr KG, Progas in Dortmund, Primagas in Krefeld, Sano-Propan in Nürnberg sowie Tyczka Energie und Tyczka Totalgaz im bayerischen Geretsried, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte.

Die betroffenen Unternehmen, die rund die Hälfte des deutschen Marktes ausmachen, beliefern den Angaben zufolge Privat- und Gewerbekunden mit Flüssiggas in Kleintanks oder mit Flaschengas. Die Preise hätten auf einem Niveau gelegen, das weit über dem kleinerer, sogenannter freier Anbieter lag, hieß es. Kartellbedingt hätten sich Preisunterschiede von bis zu 100 Prozent ergeben.

Die Auswertung sichergestellter Unterlagen und Dateien hat der Behörde zufolge ergeben, dass sich die führenden Flüssiggasanbieter seit mindestens 1997 verständigt hatten, sich gegenseitig keine Kunden abzuwerben. Kunden von Wettbewerbern durften von Mitarbeitern anderer Lieferanten nicht abgeworben werden. Wechselwilligen Kunden wurde auf Nachfrage kein Preis oder nur ein überhöhter "Abschreckungspreis" genannt.

Die Bußgeldbescheide sind den Angaben zufolge noch nicht rechtskräftig. Die betroffenen Personen und Unternehmen können gegen die Beschlüsse Einspruch einlegen. Primagas kündigte diesen Schritt bereits an.