"Marktbeherrschendes Duopol"

Bundeskartellamt: E.ON und RWE beherrschen deutschen Strommarkt

Das Bundeskartellamt sieht auch weiterhin kaum Spielraum für Zukäufe der beiden größten deutschen Energiekonzerne E.ON und RWE auf dem heimischen Energiemarkt. Beide Unternehmen bildeten zusammen ein "marktbeherrschendes Duopol" auf dem bundesweiten Strommarkt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Die beiden Stromkonzerne kämen gemeinsam auf mehr als 60 Prozent Marktanteil, sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Bernhard Heitzer, am Dienstag auf einem Stadtwerke-Kongress in Berlin. Auch eine Beteiligung an weiteren Stadtwerken würde diese marktbeherrschende Stellung noch verstärken, selbst wenn mit einem Erwerb lediglich eine geringe Zunahme des Energieabsatzes und des Marktanteils verbunden sei, erklärte Heitzer. Bei E.ON und RWE würden deshalb Zukäufe in Deutschland höchstens noch unter strengen Auflagen genehmigt. Dabei müssten Nebenbestimmungen die mit einem Zukauf einhergehenden Wettbewerbsverschlechterungen aufwiegen.

"Und das war etwa bei SaarFerngas nicht der Fall", sagte der Präsident der Kartellbehörde weiter. Das Bundeskartellamt hatte im März die Übernahme eines 77-Prozent-Anteils des zum RAG-Konzern gehörenden regionalen Ferngasunternehmens SaarFerngas durch RWE Energy untersagt.