Wegen Marktbeherrschung

Bundeskartellamt: Bedenken gegen Übernahme der Saar Ferngas

Das Bundeskartellamt hat der RWE Energy AG, die 76,88 Prozent der Anteile an der SaarFerngas AG zu erwerben beabsichtigt, seine kartellrechtlichen Bedenken gegen die Fusion mitgeteilt. Die Behörde sieht darin eine "Verstärkung marktbeherrschender Stellungen beim Strom- und Erdgasabsatz".

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Bonn (red) - nach Angaben der Wettbewerbshüter bietet RWE Energy als Vertriebsgesellschaft des RWE Konzerns bundesweit Strom, Erdgas, Wasser und die damit verbundenen Dienstleistungen an. SaarFerngas ist ein regionales Ferngasunternehmen, das Stadtwerke und Regionalversorger im Saarland und in Rheinland-Pfalz mit Erdgas beliefert. RWE und SaarFerngas verfügen über Beteiligungen an Stadtwerken und Regionalversorgern in den betroffenen Gebieten sowie an anderen Ferngasunternehmen. Auch der E.ON Konzern ist mittelbar zu 20 Prozent an der SaarFerngas beteiligt.

Das Bundeskartellamt kommt zu dem vorläufigen Ergebnis, dass die entsprechenden Gasmärkte ungeachtet der eingeleiteten Schritte zur Marktöffnung in der Praxis weiterhin massiv gegen Wettbewerb durch Drittlieferanten abgeschottet sind. Der Zusammenschluss würde insbesondere die bestehende marktbeherrschende Stellung der SaarFerngas verstärken, daderen Gasabsatz durch die hinzutretenden RWE-Beteiligungen an Weiterverteilern abgesichert würde. Auch bei der Belieferung von Endkunden liegen auf verschiedenen Märkten die Untersagungsvoraussetzungen vor. Im Strombereich käme es nach vorläufiger Einschätzung des Bundeskartellamt zur Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung, die RWE hier gemeinsam mit E.ON innehat.

Kartellamtspräsident Böge sagte in Bonn: "Das Bundeskartellamt hat mehrfach darauf hingewiesen, dass zum Erhalt von wettbewerbsfähigen Strukturen keine weiteren Marktverschließungseffekte eintreten dürfen. Dies wäre mit diesem Zusammenschlussvorhaben nach bisheriger Bewertung zu befürchten. Wenn die Unternehmen diese Befürchtung nicht ausräumen können, wäre das Vorhaben zu untersagen."

Die Unternehmen haben Gelegenheit, bis zum 18. Dezember zu der Abmahnung Stellung zu nehmen.

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