Gegen Struck-Vorschlag

Bundesamt warnt vor Import von Atommüll

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat sich gegen Pläne für ein EU-weites Endlager für Atommüll ausgesprochen. Das Risiko sei groß, dass die Sicherheitsstandards am Ende geringer seien als die in Deutschland, sagte BfS-Präsident Wolfram König der "Süddeutschen Zeitung".

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Zudem müsse man sich darüber im Klaren sein, dass damit auch die Bundesrepublik zum Ziel von Atommüllimporten werden könnte. Schon jetzt gebe es im Ausland "großes Interesse" an dem Erkundungsbergwerk im niedersächsischen Gorleben, betonte König. Der Salzstock galt lange Zeit als aussichtsreicher Standort für ein Endlager, derzeit liegt die Erkundung allerdings auf Eis.

SPD-Fraktionschef Peter Struck hatte am Donnerstag gefordert, "ein Endlager für Europa" einzurichten, und dabei auch auf Schwächen des Standorts Gorleben hingewiesen. Nach Unterlagen des BfS würde eine solche Lösung allerdings schon an den rechtlichen Vorgaben scheitern. Weder auf Bundesebene noch in der EU gebe es Vorgaben, die eine EU-weites Endlager zuließen. So fehle der EU jegliche Kompetenz, ein eigenes Endlager voranzutreiben. "Sie wäre immer auf die Zustimmung eines EG-Landes angewiesen", zitiert das Blatt aus einem BfS-Papier.

Pläne für eine internationale Endlagerung waren in den vergangenen Jahren immer wieder aufgetaucht, meist von Seiten der Stromerzeuger. Oft wurden dabei große Flächenländer wie Russland, China oder Australien als Zielorte gehandelt.