Liste überprüft

Bundesamt stuft Atommüll in der Asse als mittelaktiv ein

Der Atommüll, der seit 1977 im ehemaligen Salzbergwerk Asse lagert, wurde nun vom Bundesamt für Strahlenschutz als mittelaktiv eingestuft. Vor Kurzem war bekannt geworden, dass als schwachaktiv eingestufte Behälter in Wirklichkeit mehr strahlen als vermutet. Immerhin ist bisher kein hochaktiver Abfall festgestellt worden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Salzgitter (dapd-nrd/red) - Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat eine Lieferung von strahlenden Abfällen in das Atommülllager Asse aus dem Jahr 1977 als mittelradioaktiv eingestuft. Ein Wissenschaftler aus der Asse-Begleitgruppe hatte zuvor unter Berufung auf eine Begleitliste der 49 Fässer von "hochradioaktiven Abfällen" gesprochen.

Bisher kein Hinweis auf hochaktive Behälter

Dem widersprach das Bundesamt am Donnerstag nach einer Prüfung der Liste. "Die laut Liste stark strahlenden Abfälle sind bekannt und bei den laufenden Sicherheitsbetrachtungen berücksichtigt worden", erklärte das Amt. Es handele sich um mittelradioaktiven Abfall - sowohl nach den heutigen als auch nach bei der Einlagerung angewandten Klassifikationen. Die bisherigen Überprüfungen hätten bislang keine Hinweise auf hochaktive Abfälle erbracht, erklärte das Amt weiter.

Der Chemiker Rolf Bertram hatte zuvor auf die Begleitliste einer Atommülllieferung aus dem Januar 1977 hingewiesen, die für die Außenseite der 49 Atommüllfässer eine Strahlung zwischen 5.500 und 7.000 Rem pro Stunde aufführt. Nach der Liste wurden die fraglichen Fässer am 18. Januar 1977 in das ehemalige Salzbergwerk bei Wolfenbüttel geliefert. Jeweils sieben Fässer waren in einem Abschirmbehälter mit 24 Zentimeter dicken Stahlwänden verpackt. In den Fässern war einbetonierter Schrott aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe enthalten. Die mittlere Aktivität pro Fass gibt die Liste mit 500 Curie an.

Mehr mittelaktiver Atommüll in der Asse

In das ehemalige Salzbergwerk bei Wolfenbüttel wurden insgesamt rund 126.000 Fässer mit Atommüll gebracht. Ein unter Leitung des früheren Betreibers Helmholtz Zentrum erstellter "Inventarbericht" hatte vor wenigen Wochen bestätigt, dass rund 15.000 als schwachaktiv eingelagerte Fässer tatsächlich mittelaktive Abfälle enthielten. Zuvor waren offizielle Stellen lediglich von 1.800 Fässer mit mittelaktivem Müll in dem ehemaligen Salzbergwerk ausgegangen.