Forderung

Bundesamt für Strahlenschutz: Ältere AKW früher vom Netz nehmen

Als Konsequenz aus den Pannen in den Kraftwerken Brunsbüttel und Krümmel fordert der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, ältere Atomkraftwerke früher abzuschalten. Diese seien nicht nur unsicherer als neue Kraftwerke, sie seien zudem schlecht vor terroristischen Flugzeugangriffen geschützt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Wenn die Konzerne es ernst meinen mit der Verbesserung der Sicherheit älterer Reaktoren und auch Akzeptanz für den befristeten Betrieb der jüngeren Kernkraftwerke schaffen wollen, sollten sie ein Signal setzen und die alten Kraftwerke freiwillig früher vom Netz nehmen", sagte König dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagausgabe).

Dafür spreche auch, dass ältere Atomkraftwerke weniger gut gegen gezielte Flugzeugangriffe von Terroristen geschützt seien. "Neuere Reaktoren haben eine wesentlich stärkere Stahlbetonhülle zum Schutz." Konzerne wie Vattenfall und RWE seien gut beraten, die Anträge auf Verlängerung der Restlaufzeiten in Brunsbüttel, Neckarwestheim 1 und Biblis A "als ersten Schritt" zurückzuziehen, um dann mit dem Bundesumweltministerium über die Abschaltung zu verhandeln.

König forderte zudem, als Konsequenz aus den Vorfällen bei Vattenfall die Frage der Endlagerung neu zu diskutieren. Es gebe viele, die den Standort Gorleben durchsetzen wollten, um hochradioaktives Material zu lagern, ohne andere Standortalternativen zu prüfen. "Aber ein Endlager gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen zu wollen, halte ich für einen Fehler", betonte er.