Sicherheitsmängel

BUND will Strafanzeige gegen Vattenfall stellen

Die Naturschutzorganisation BUND will Strafanzeige gegen den Energiekonzern Vattenfall Europe wegen der Vorfälle im Atomkraftwerk Krümmel stellen. Es liege der Anfangsverdacht einer nachträglichen baulichen Veränderung an dem AKW nahe, sagte die BUND-Landesvorsitzende Sybille Macht-Baumgarten am Freitag in Kiel.

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Kiel (ddp-nrd/sm) - Nach Ansicht des BUND hätte es Ende Juni "nicht zu einer Schnellabschaltung des Reaktors kommen dürfen". Außerdem bestehe der Verdacht, dass im AKW Krümmel gegen "einschlägige Sicherheitsvorschriften" verstoßen worden sei.

Die für die Reaktoraufsicht zuständige Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) müsse alle rechtlichen Mittel gegen den Betreiber ausschöpfen, sagte Macht-Baumgarten. Sie warnte davor, sich auf ein Bauernopferspiel einzulassen. Auch der Führungswechsel im AKW Brunsbüttel nach einem Störfall im Jahr 2001 habe nichts geändert. "Wer mit der Sicherheit der Bevölkerung russisches Roulette spielt, darf derart hochsensible Anlagen nicht länger betreiben", sagte die BUND-Landeschefin.

Vor dem Kieler Landtag demonstrierten am Morgen die Grünen gegen den Energiekonzern Vattenfall. Mit Sprechchören untermauerten Landtags-Fraktionschef Karl-Martin Hentschel und Mitstreiter ihre Forderung nach einem Entzug der Betriebserlaubnis für Vattenfall. Die Vorfälle in den AKW Krümmel und Brunsbüttel sollten am selben Tag auch Thema einer Landtagsdebatte sein.