Ankündigung

Bund will E-Autos stärker fördern

E-Autos verkaufen sich in Deutschland trotz der hoch gesteckten Ziele der Bundesregierung noch immer schlecht. Darum sollen die Bedingungen für die sauberen Fahrzeuge verbessert werden. Nach aktuellem Beschluss werden künftig mehr Gelder in die Technik und den Netzausbau fließen.

Elektroauto© Ben Chams / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Die Bundesregierung verstärkt ihre Anstrengungen, um dem stockenden Ausbau der Elektromobilität doch noch Schwung zu verleihen. Zwischen 2016 und 2018 fließen 161 Millionen Euro in die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Außerdem soll das Netz an Wasserstofftankstellen in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Die Welt" (Montag). Mit einer Konferenz an diesem Montag und Dienstag in Berlin will die Regierung die Entwicklung ankurbeln. Erwartet wurden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD).

Das Beratungsgremium der Regierung, die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE), zählte bislang alle Fahrzeuge als E-Autos, die an der Steckdose geladen werden können. Brennstoffzellenautos gehören streng genommen nicht dazu. Hier wird aus Wasser- und Sauerstoff Strom erzeugt, der den Elektromotor antreibt.

Bisher erst rund 25.300 E-Autos in Deutschland

Bis 2020 sollen eine Million klimafreundliche E-Autos auf deutschen Straßen fahren. Aber der Absatz hinkt den Regierungszielen gewaltig hinterher - zu Jahresbeginn gab es nach Zahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) rund 25.300 steckdosentaugliche Autos. Problem sind vor allem die hohen Anschaffungskosten und die geringe Reichweite.

Die Sprecherin des Verkehrsministeriums sagte, es solle "technologieoffen" gefördert werden. Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) sagte der "Welt": "Wir brauchen weitere Fortschritte bei Ladesäuleninfrastruktur, Ladedauer und Reichweite."

Neue Ladesäulen und Wasserstofftankstellen

Bis Ende des Jahres soll es dem Bericht zufolge 50 Wasserstofftankstellen in den Metropolregionen und entlang der Hauptautobahnen geben. Bis 2023 sollen mit Hilfe der Industrie weitere 350 Tankstellen hinzukommen. Bereits angekündigt hatte Dobrindt, dass Autobahn-Raststätten quer durch die Republik bis 2017 mit 400 neuen Schnellladesäulen für Elektroautos ausgestattet werden sollen. Die Bundesregierung fördert außerdem sieben weitere Technologie-Projekte, wie am Montag mitgeteilt wurde.

Diskussion um Sonderabschreibungen

Im Gespräch sind derzeit auch Sonderabschreibungen für E-Autos in Dienstflotten. Das Finanzministerium prüft nach eigenen Angaben diese Möglichkeit, macht das Instrument aber von einer Begleitfinanzierung durch die Länder abhängig. Von verschiedenen Seiten wird seit längerem eine weitergehende Förderung verlangt. Zum Beispiel die Grünen sind der Ansicht, dass es ohne direkte Kaufprämien von mehreren tausend Euro auch für Privatkunden nicht geht.

Auch die deutschen Flughäfen wollen die E-Mobilität ausweiten. "Unser Ziel ist der flächendeckende Einsatz von Fahrzeugen mit E-Antrieb", sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, einer Mitteilung zufolge. Er forderte zugleich die Bundesregierung auf, die Anschaffung von Bussen und anderen Fahrzeugen mit E-Antrieb besser zu fördern.

Quelle: DPA