Bericht

Bund will Betriebe für Stromabschaltungen entlohnen

Energieintensive Betriebe wie Aluminiumhütten sollen künftig Geld damit verdienen können, wenn sie kurzfristig vom Stromnetz gehen oder ihren Verbrauch extrem drosseln. Dies sieht die so genannte "Verordnung zu abschaltbaren Lasten" vor, die das Kabinett am Mittwoch beschlossen hat.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf/Berlin (dapd/red) - Manche Strom-Großverbraucher in der Industrie müssen sich darauf einstellen, dass ihnen die Stromversorgung zeitweilig gedrosselt oder ganz gekappt wird. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine Verordnung zu "abschaltbaren Lasten", wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Damit solle die Stabilität im Stromnetz gesichert werden.

Bestimmte Unternehmen nähmen nahezu rund um die Uhr Strom ab und seien in der Lage, ohne nachteilige Eingriffe in ihren Produktionsprozess kurzfristig ihre Verbrauchsleistung zu reduzieren oder nahezu komplett einzustellen, hieß es im Ministerium. Die Netzbetreiber würden nun dazu verpflichtet, entsprechende Vereinbarungen mit energieintensvien Unternehmen abzuschließen.

Betriebe bekommen die Abschaltungen bezahlt

Danach sollen die Netzbetreiber über eine Internetplattform monatlich bundesweit 3.000 Megawatt an Abschaltleistung ausschreiben. Große Stromverbraucher könnten den Netzbetreibern anbieten, für eine bestimmte Zeit in Sekundenschnelle vom Netz zu gehen. Die Anbieter erhalten für das Bereithalten der Abschaltbarkeit 1.667 Euro monatlich pro Megawatt Abschaltleistung oder maximal 20.000 Euro im Jahr. Die Abschaltungen selbst werden mit einem "Arbeitspreis" vergütet, der zwischen 100 und 500 Euro pro Megawattstunde liegt.

Die Bundesregierung will auf diese Weise das Stromnetz stabilisieren, das durch den Ökostromausbau starken Schwankungen ausgesetzt ist. Die Kosten sollen über eine Umlage von den Stromverbrauchern finanziert werden.