Studie

BUND will älteste Atommeiler sofort abschalten

Nach einer vergangene Woche veröffentlichten Studie des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erhöhen längere Laufzeiten für alte Atomkraftwerke deutlich das Störfallrisiko. Der Verband fordert die sofortige Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Betroffen seien besonders die Atomkraftwerke Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg 1, Krümmel, Neckarwestheim, Unterweser, Biblis A und Biblis B. Diese Reaktoren erfüllten nicht die modernen Sicherheitsstandards, auch dann nicht, wenn sie nachgerüstet würden. Alterungseffekte wie Materialverschleiß seien kaum zu kontrollieren und ein massives Sicherheitsproblem.

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, bezeichnet es als "unverantwortlich", dass CDU, CSU und FDP gerade für die ältesten und unsichersten Reaktoren längere Laufzeiten forderten. Damit werde die Bevölkerung einem "untragbaren Risiko" ausgesetzt. Der Verband forderte die sofortige Stilllegung der acht ältesten Atomkraftwerke, ohne dafür neuere AKW länger laufen zu lassen.

Die Altreaktoren haben laut der BUND-Studie zum Teil nur ein Drittel der Wandstärke wie modernerer Reaktoren und wiesen eine unzureichende Notstromversorgung auf. Dadurch seien Reaktoren wie Biblis A oder Brunsbüttel deutlich schlechter gegen Außeneinwirkungen wie Flugzeugabstürze oder Terroranschläge oder gegen Kurzschlüsse geschützt. Auch sei bei den alten AKW die Wahrscheinlichkeit von gefährlichen Rissen und Kühlmittelverlusten höher. Nachrüstungsmaßnahmen hätten die Sicherheit bisher nicht erhöhen können.

Noch weitgehend unerforscht und schwer beherrschbar seien die Risiken durch Alterungsprozesse. Zum Teil würden Mängel wie Risse, Materialermüdungen oder Veränderungen elektrischer und anderer physikalischer Eigenschaften schon seit längerem bestehen und nur rein zufällig entdeckt. Es müsse davon ausgegangen werden, dass auch zurzeit nicht alle bestehenden Fehler in deutschen Atomkraftwerken bekannt seien, sonders erst bei einem Störfall bemerkt würden.

Alte Atomkraftwerke erforderten daher eine besonders sorgfältige, an der Sicherheit des Kraftwerks ausgerichtete Betriebsführung. Aber nicht nur in den von Vattenfall betriebenen Anlagen Krümmel und Brunsbüttel seien Störfälle durch eine mangelhafte Sicherheitskultur verursacht worden, sondern auch in anderen Altanlagen. Gerade bei alten Atomkraftwerken sei es besonders gefährlich, wenn die Betreiber Profit vor Sicherheit stellten. Deshalb müssten die Betreiber gezwungen werden, ihre alten AKW schnell vom Netz zu nehmen, so die Haltung des BUND.