Strom-News
RückschlagDer Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt die künftige Bundesregierung vor längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke. Dies bedeute einen enormen Rückschlag für erneuerbare Energien, sagte der hessische BUND-Geschäftsführer Michael Rothkegel im ddp-Interview in Frankfurt.
Frankfurt/Main (ddp-hes/red) - Längere Laufzeiten führten zu einem Überangebot an Strom, der Einsatz regenerativer Energien werde dadurch letztlich reduziert. Zudem würde die Investitionssicherheit von Unternehmen, die auf alternative Energiegewinnung setzten, geschwächt.
"Langfristig können wir unseren Strom zu 100 Prozent aus nachhaltigen Energiequellen gewinnen", betonte Rothkegel. Im Jahr 2050 werde kein einziges Atom- oder Kohlekraftwerk mehr benötigt. Die Vorstellung, mit Laufzeitverlängerungen von Kernkraftwerken eine Brücke zu erneuerbaren Energien bauen zu wollen, sei schlichtweg falsch: Die Grundlastversorgung könne auch mit einem Verzicht auf längere AKW-Laufzeiten erreicht werden. "Erneuerbare Energien sind viel mehr darauf angewiesen, dass Atomkraftwerke im Stromnetz endlich Platz frei machen", sagte Rothkegel.
Sofort vom Netz genommen werden sollten die sieben ältesten Atomkraftwerke, forderte der BUND-Chef. Dazu gehörten auch die beiden Blöcke A und B des Kernkraftwerks Biblis: Die Betonhüllen der beiden Meiler seien dünner als die der neueren AKW. Außerdem fehle eine externe Notstandswarte, die bei Unglücken eine Steuerung von außen ermögliche. »Ganz zu schweigen davon, dass Block B auf einem Erdbeben gefährdeten Gebiet steht", fügte Rothkegel hinzu.
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