Steinkohleausstieg besiegelt

BUND: Umweltschäden durch die Steinkohle nicht absehbar

Der Bundesrat hat an Freitag den Weg zum Auslaufen der Steinkohleförderung in Deutschland frei gemacht, er ließ das Gesetz ohne Einwände passieren. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt vor den Umweltschäden nach dem Ausstieg.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - "Die ökologischen Ewigkeitskosten des Bergbaus belaufen sich wahrscheinlich auf einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag", sagte der NRW-Sprecher des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Dirk Jansen, der Nachrichtenagentur ddp in Düsseldorf. "Die Folgeschäden der Steinkohle sind ein gewaltiges ökologisches und finanzielles Zukunftsrisiko", sagte er. Die Umwelt an Rhein und Ruhr werde sich wohl nie ganz vom Bergbau erholen.

Als Beispiel nannte der Umweltschützer Berg- und Wasserschäden im Ruhrgebiet. Dauerhaft notwendig sei etwa das Abpumpen von Grubenwasser. Die Verklappung von "hochtoxischem Sondermüll" in alten Bergwerken sei eine weitere schwerwiegende Spätlast der Steinkohle, sagte der BUND-Sprecher.

Die Länderkammer ließ am Freitag das vom Bundestag beschlossene Gesetz "zur Finanzierung der Beendigung des subventionierten Steinkohlebergbaus zum Jahr 2019" ohne Einwände passieren. Die Bundesregierung hatte sich im Februar mit Nordrhein-Westfalen und dem Saarland darauf verständigt, die Steinkohleförderung in Deutschland 2018 auslaufen zu lassen. Der Ausstieg kostet die Beteiligten dabei fast 30 Milliarden Euro.

Zu den Beihilfen in Höhe von 19,5 Milliarden Euro, von denen der Bund 15,6 Milliarden Euro und NRW 3,9 Milliarden Euro tragen, kommen Anpassungshilfen für ältere Arbeitnehmer von bis zu zwei Milliarden Euro. Schließlich werden bislang knapp 6,9 Milliarden Euro für die sogenannten Ewigkeitslasten wie etwa Umweltschäden veranschlagt.