Bis zu 50 Prozent sparen

BUND: TV-Hersteller verschweigen Stromverbrauch

Anlässlich der 46. Internationalen Funkausstellung hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Fernsehgeräteherstellern mangelnde Produktverantwortung vorgeworfen. Auch die Initiative EnergieEffizienz empfiehlt Verbrauchern, beim Kauf auch den Stromverbrauch mit einzubeziehen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Eine BUND-Analyse aktueller Verbraucherinformationen von 18 Elektronikfirmen ergab, dass viele Unternehmen den Stromverbrauch der von ihnen angebotenen Geräte unterschlagen. Sechs der Firmen erhielten deshalb die Note "mangelhaft". Bei Medion, Thomson und LG erhält der Kunde weder an deren Telefon-Hotline noch im Internet Auskünfte zum Stromverbrauch. Gute Noten bekamen nur Philips, Xoro und Sharp. Diese drei Firmen geben sowohl auf ihren Webseiten als auch über ihre Hotlines Informationen zum Stromverbrauch heraus. Der BUND hat die TV-Hersteller inzwischen aufgefordert, die Lücken bei der Kennzeichnung des Energiebedarfs ihrer Geräte zu schließen.

BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm: "Für Fernseher muss es wie bei Waschmaschinen und Kühlschränken endlich ein Gesetz zur verbindlichen und leicht verständlichen Kennzeichnung geben. Der Kunde muss sofort erkennen können, ob sein neues Gerät Energie verschwendet und die Stromrechnung teurer macht oder ob es sparsam ist. Davon profitieren nicht nur Verbraucherinnen und Verbraucher, sie tragen mit dem Kauf sparsamer Geräte auch entscheidend zum Klimaschutz bei."

Nach Angaben der Initiative EnergieEffizienz können sich Geräte mit gleicher Ausstattung im Stromverbrauch um bis zu 50 Prozent unterscheiden. Die Stromsparexperten rechnen vor: Ein stromeffizienter Flachbildfernseher und eine ebenso effiziente Set-Top-Box, die täglich 3,5 Stunden in Betrieb sind, verursachen zusammen nur rund 23 Euro Stromkosten im Jahr. Für vergleichbare, aber ineffiziente Geräte zahlt man schon knapp 35 Euro Stromkosten jährlich. Auch bei Beamern gibt es große Unterschiede im Verbrauch. Wird ein sparsamer Beamer so oft wie ein Fernseher genutzt, verbraucht er für rund 35 Euro Strom, ein ineffizientes Gerät kann dagegen schnell mit knapp 65 Euro zu Buche schlagen.

Deshalb rät die Initiative EnergieEffizienz, den Fachhändler nach dem Stromverbrauch der Geräte zu fragen und den Stromverbrauch zu einem Kaufkriterium zu machen. Hat man die Wahl zwischen zwei vergleichbar ausgestatteten Geräten, empfiehlt es sich, das Gerät mit dem niedrigeren Stromverbrauch zu wählen. Denn über die Jahre betrachtet, kommt auf der Stromrechnung einiges zusammen. So kann sich auch ein höherer Kaufpreis rentieren.

Weiterführende Links
  • Die BUND-Analyse zum Download (hier klicken)