Naturschutz

BUND: Tagebau bedroht weiteres Schutzgebiet in der Lausitz

Die Kohleabbaupläne in der Lausitz bedrohen nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) neben den Lakomaer Teichen ein weiteres Schutzgebiet. Daher schlagen die Naturschutzer eine Dichtwand direkt an der Tagebaugrenze vor.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Die vom Energiekonzern Vattenfall geplante Weiterführung des Tagebaus Welzow-Süd würde ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) zerstören, in dem die geschützte Sand-Silberscharte wächst, teilte ein BUND-Sprecher heute mit. Die seltene Distelart habe am Weißen Berg bei Bahnsdorf ihr einziges Vorkommen in Südbrandenburg.

Es war als Flächennaturdenkmal unter Schutz gestellt worden. Die Umsetzung an einen anderen Standort sei nicht realistisch. Bereits im Jahr 1982 sei der Versuch erfolglos geblieben, zwei Exemplare zu verpflanzen. Im Schutzgebiet seien auch 47 Vogelarten sowie Kreuzottern und Glattnattern nachgewiesen worden. Am Weißen Berg befinde sich zudem ein Fledermausquartier.

Der BUND schlug deshalb vor, die von Vattenfall geplante Dichtwand direkt an der Tagebaugrenze zu errichten, so dass sie das FFH-Gebiet nicht kreuzt.