"Mogelpackung"

BUND sieht in Biosprit E10 keinen Beitrag zum Klimaschutz

Die neue Benzinsorte E10 leistet nach Auffassung des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) keinen Beitrag für den Klimaschutz. Bezüglich der Umweltbilanz handele es sich bei E10 um "eine Mogelpackung und einen Fall von Verbrauchertäuschung", erklärte der BUND-Vorsitzende am Donnerstag in Berlin.

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Berlin (afp/red) - Die Ausweitung der Ethanolproduktion aus Weizen, Zuckerrüben oder Mais und die damit ausgelöste Nutzung zusätzlicher Anbauflächen könne insgesamt sogar höhere Kohlenstoffdioxid-Emissionen verursachen.

Eigentlich soll der neue Ökosprit dazu dienen, die CO2-Bilanz beim Autofahren zu verbessern. Ihm sind zehn Prozent Bioethanol beigemischt, doppelt so viel wie dem herkömmlichen Superbenzin. Seit einigen Wochen verkaufen erste Tankstellen in Deutschland den neuen Sprit Super E 10. Mit ihm müssen sie auch eine gesetzlich vorgeschriebene Biokraftstoff-Quote erfüllen.

Die Verdoppelung des Ethanol-Anteils werde vermutlich dazu führen, dass mehr Biokraftstoff importiert werden müsse, erklärte BUND-Chef Weiger. Das wiederum zwinge die Landwirtschaft in den Ursprungsländern zum Ausweichen auf bisher ungenutzte Flächen. Zu diesem Zweck würden Biotope vernichtet und Urwälder abgeholzt. "Auch dies erhöht die C02-Emissionen", betonte BUND-Chef Hubert Weiger.

In den Entwicklungs- und Schwellenländern komme das Anlegen von Großplantagen außerdem einem "Landraub" durch ausländische Großinvestoren gleich. Das zerstöre die dortigen bäuerlichen Strukturen. Der Energiepflanzen-Anbau in Monokulturen führe zudem zum Einsatz von mehr Düngemitteln und Pestiziden. Die Folgen seien zunehmende Schadstoff-Belastungen von Gewässern, höhere Emissionen des klimaschädlichen Lachgases und das Aussterben seltener Pflanzen und Tiere.