"Klimakiller"

BUND reicht Klage gegen Kohlekraftwerk in Mannheim ein

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) geht mit juristischen Mitteln gegen das geplante neue Kohlekraftwerk in Mannheim vor. Wie die baden-württembergische BUND-Vorsitzende Brigitte Dahlbender mitteilte, wurde am Donnerstag beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) eine Klage gegen die Genehmigung für das Bauvorhaben eingereicht.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart/Mannheim (ddp.djn/red) - Der Neubau würde in der Umgebung zu deutlichen Zusatzbelastungen durch Luftschadstoffe und Lärm führen, betonte Dahlbender. Dies wolle der BUND nicht hinnehmen.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte im Juli der Großkraftwerk Mannheim AG (GKM) die Genehmigung zur Errichtung eines zusätzlichen Steinkohleblocks - Block 9 - auf dem vorhandenen Betriebsgelände in Mannheim-Neckarau erteilt. Dabei wurden nach Auffassung des BUND die bereits bestehenden Belastungen durch die anderen Kraftwerksblöcke "völlig ausgeblendet". Diese einseitige Betrachtung sei «nicht rechtmäßig», kritisieren die Umweltschützer.

BUND beim E.ON Kraftwerk erfolgreich gewesen

Der nordrhein-westfälische BUND-Landesverband hatte Anfang September im Streit um den Bau eines E.ON-Kohlekraftwerks in Datteln (Kreis Recklinghausen) einen Teil-Baustopp erreicht. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hob den Bebauungsplan auf und begründete dies unter anderem damit, dass die Stadt Vorgaben zum Naturschutz und zum Schutz der Bevölkerung nicht ausreichend beachtet habe. Der Fall zeige, dass die juristische Auseinandersetzung im Kampf gegen "Klimakiller-Kraftwerke" zum Erfolg führen könne, sagte Dahlbender. Auch in Mannheim sei der geplante Neubau "noch nicht endgültig besiegelt".